Stiftungsrecht in der Schweiz

Artikel gespeichert unter: 100 Fragen und Antworten zum Thema Stiftung, International


Das schweizerische Stiftungsrecht ist bekannt für seine Liberalität. Gesetzlich ist es in neun Artikeln, Art.80 - 89 ZGB festgelegt. Hierdurch bleibt ein weiter Interpretationsspielraum offen. Zur Gründung einer Stiftung bedarf es in der Schweiz lediglich der notariellen Beglaubigung der Urkunde und der Eintragung in das Handelsregister. Erst nachträglich werden die Gemeinnützigkeit und die Zuständigkeit der Aufsichtsbehörde geprüft.

Es gibt auch keine Mindestgrenze für das Stiftungsvermögen. Allerdings sind Minimalbeträge üblich, wobei in der Praxis in vielen Fällen CHF 50.000,00 angegeben werden. Eine Stiftung ist in der Zwecksetzung relativ frei und wird als sog. personifiziertes Zweckvermögen verstanden. In der Stiftungsurkunde kann sogar ein Zweckänderungsvorbehalt enthalten sein. Dann kann der Stifter - allerdings frühestens nach 10 Jahren - den Stiftungszweck ändern. Das Änderungsrecht ist nicht vererbbar.

Stiftungen genießen eine Steuerbefreiung, sowiet der Stiftungszweck gemeinnützig ist. Dies prüft die Steuerverwaltung im Rahmen einer Einzelfallprüfung. Zu beachten ist, dass es immer noch Differenzen zwischen der Gesetzgebung der einzelnen Kantone hierzu gibt. Nach der Anerkennung der Gemeinnützigkeit, ist die Stiftung nicht zur zeitnahen Mittelverwendung verpflichtet.

Haben Sie Fragen? E-Mail an die Stiftung

« Auslandsspenden mit steuerrechtlichen Risiken     Steuerbefreiungen bei Treuhandstiftungen »

Themen

Links

Feeds