Was ist bei der Gründung einer Familienstiftung besonders zu beachten?

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Eine Familienstiftung entsteht wie jede Stiftung durch Stiftungsgeschäft und durch die staatliche Anerkennung. Ihr Zweck ist ganz oder teilweise auf die Förderung oder Verfolgung des Interesses oder des Wohls einer oder mehrerer bestimmter Familien bzw. Familienmitglieder gerichtet. Da Familienstiftungen nicht gemeinwohlorientiert sind, genießen sie nicht die Vorteile steuerbegünstigter Stiftungen. Des Weiteren unterliegt die Familienstiftung im Gegensatz zu anderen Stiftungen der Erbersatzsteuer. Dabei wird das Gesamtvermögen der Stiftung im Zeitabstand von 30 Jahren besteuert, indem ein Übergang des Vermögens auf zwei Kinder fingiert wird.

Bei einer Familienstiftung muss der Stifter bei Formulierung der Stiftungssatzung v.a. folgende Punkte beachten:

  • Wie viel und welches Vermögen soll die Stiftung haben?
  • Soll die Stiftung zu Lebzeiten oder testamentarisch errichtet werden? Dies ist v.a.   wichtig, da die Stiftungserrichtung der Anerkennung der staatlichen Stiftungsbehörde bedarf und die Zeit bis dahin lang seien kann. Die Erbschaftssteuer bemisst sich nach dem zum Zeitpunkt der Genehmigung der Stiftung vorhandenem Vermögen, so dass zwischen Tod und Stiftungserrichtung stattfindende Vermögensmehrung auch der Erbschaftssteuer unterliegt.
  • Festlegung der Destinatäre, also: Wer soll begünstigt werden? Bei einer Familienstiftung hat dies im Einzelfall Bedeutung für die erbschaftssteuerliche Behandlung der Stiftung.
  • In welcher Höhe und in welchen Zeitabständen sollen Zahlungen durch die Stiftung an die Destinatäre erfolgen?
  • Welchen Einfluss und in welchem Umfang sollen Dritte oder Familienmitglieder auf das Handeln der Stiftungsorgane ausüben können?
  • Die Übertragung von Vermögen auf eine Familienstiftung innerhalb von 10 Jahren vor dem Tod des Stifters wird bei der Berechnung von Pflichtteilsansprüchen herangezogen, so dass das Vermögen der Stiftung reduziert werden kann. Es ist daher ratsam bereits bei Stiftungsgründung Erbverzichtserklärungen gegen Zahlungen zu vereinbaren, um das Vermögen der Familienstiftung dauerhaft zu sichern.

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