Was ist eine Bürgerstiftung?

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Unter Bürgerstiftungen versteht man ein relativ neues Stiftungsmodell, das sich nach dem Vorbild der US-amerikanischen community foundation in jüngerer Vergangenheit in Deutschland entwickelt hat.
Die Bürgerstiftung unterliegt grundsätzlich denselben Regelungen wie andere Stiftungen. Ihre besonderen Kennzeichen liegen aber zum einen darin, dass sie zumeist in besonders starkem Maße von einer aktiven Partizipation Freiwilliger lebt und diese fördert, zum anderen in der Transparenz ihrer Organisationsstruktur und Arbeit. Sie möchte innerhalb eines bestimmten meist regional oder lokal beschränkten Gebietes gemeinnützige Ziele einer möglichst großen Zahl von Personen und Unternehmen zu fördern und zu bündeln (z.B. durch Unterstiftungen oder durch die Zurverfügungstellung bestimmter Dienstleistungen). Dafür strebt sie einen langfristigen Vermögensaufbau an. Dabei agiert sie unabhängig von politischen, wirtschaftlichen und konfessionellen Institutionen.
Ihre Ausrichtung auf eine Förderung des bürgerlichen Engagements drückt sich in ihrer Organisationsstruktur dadurch aus, dass im Unterschied zu sonstigen Stiftungen oft eine Stifterversammlung als zusätzliches Organ eingerichtet wird. Sie soll den meist zahlreichen Stiftern und Stifterinnen die Möglichkeit geben, sich aktiv in die Stiftungsarbeit einzubringen. Welche Bedeutung und Befugnisse diese Versammlung erhält, kann von Stiftung zu Stiftung unterschiedlich sein. Anders als bei Einzelstiftungen wird die Entscheidungsfindung bei Bürgerstiftungen deswegen meist durch Diskussionen und Kompromisse geprägt. Ein Vorteil kann allerdings darin bestehen, dass durch die aktive Einbeziehung einer Vielzahl verschiedener Bevölkerungsgruppen die Stiftung in ihrem Wirkungskreis besonders akzeptiert und eingebunden ist.
Durch die Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Stifterversammlung ähnelt die Stiftung in organisatorischer Hinsicht etwas dem Verein, von dem sie sich aber unter anderem durch ihr Ziel des langfristigen Vermögensaufbaus und vor allem der Orientierung an dem in der Gründungssatzung nierdergelegten Zweck statt der kontinuierlichen Willensbildung durch Mehrheitsentscheidungen unterscheidet.

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