Artikel unter 'Buergerstiftung'

Wie wird eine Bürgerstiftung gegründet?

Die Gründung einer Bürgerstiftung unterliegt grundsätzlich denselben rechtlichen Regelungen wie die anderer Stiftungen. Organisatorisch tritt neben den Vorstand als gesetzlich zwingendes Stiftungsorgan ein Kontrollorgan, das meist als Expertengremium ausgestaltet ist. Daneben kann als drittes Organ die Stifterversammlung als Versammlung aller Gründungs- und Zustifter treten. Daneben resultieren aus der Zielsetzung und Struktur der Bürgerstiftung weitere Besonderheiten bei der Gründung.
Meist geht der Anreiz zur Gründung einer Bürgerstiftung von einem oder wenigen Initiatoren aus, wie z.B. Großinvestoren. Allerdings werden bereits im Gründungsprozess weitere Stifter gesucht und miteinbezogen. Dabei kann entweder durch einen kleinen Kreis von Großstiftern zunächst das Gründungsvermögen zusammengetragen werden und anschließend weitere Zustifter geworben werden. Möglich ist aber auch, dass bereits das Gründungsvermögen als solches aus Einzelbetragen einer Vielzahl von Stiftern und Stifterinnen zusammengesetzt wird.
Eine besondere Herausforderung der Bürgerstiftung liegt in der Formulierung des Stiftungszweckes. Wie andere Stiftungen auch, so ist die Bürgerstiftung in ihrer Arbeit an diesen gebunden und auf dessen Erfüllung ausgerichtet. Da die Bürgerstiftung meist von einer Vielzahl von Stiftern ins Leben gerufen wird und weiteren Zustiftern offen stehen soll, ist sie meist nicht nur auf einen einzigen Zweck gerichtet. Dabei muss der Stiftungszweck aber so eindeutig und endgültig gefasst sein, dass die Stiftungsorgane ihre Tätigkeit sinnvoll daran orientieren können.

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Was ist eine Bürgerstiftung?

Unter Bürgerstiftungen versteht man ein relativ neues Stiftungsmodell, das sich nach dem Vorbild der US-amerikanischen community foundation in jüngerer Vergangenheit in Deutschland entwickelt hat.
Die Bürgerstiftung unterliegt grundsätzlich denselben Regelungen wie andere Stiftungen. Ihre besonderen Kennzeichen liegen aber zum einen darin, dass sie zumeist in besonders starkem Maße von einer aktiven Partizipation Freiwilliger lebt und diese fördert, zum anderen in der Transparenz ihrer Organisationsstruktur und Arbeit. Sie möchte innerhalb eines bestimmten meist regional oder lokal beschränkten Gebietes gemeinnützige Ziele einer möglichst großen Zahl von Personen und Unternehmen zu fördern und zu bündeln (z.B. durch Unterstiftungen oder durch die Zurverfügungstellung bestimmter Dienstleistungen). Dafür strebt sie einen langfristigen Vermögensaufbau an. Dabei agiert sie unabhängig von politischen, wirtschaftlichen und konfessionellen Institutionen.
Ihre Ausrichtung auf eine Förderung des bürgerlichen Engagements drückt sich in ihrer Organisationsstruktur dadurch aus, dass im Unterschied zu sonstigen Stiftungen oft eine Stifterversammlung als zusätzliches Organ eingerichtet wird. Sie soll den meist zahlreichen Stiftern und Stifterinnen die Möglichkeit geben, sich aktiv in die Stiftungsarbeit einzubringen. Welche Bedeutung und Befugnisse diese Versammlung erhält, kann von Stiftung zu Stiftung unterschiedlich sein. Anders als bei Einzelstiftungen wird die Entscheidungsfindung bei Bürgerstiftungen deswegen meist durch Diskussionen und Kompromisse geprägt. Ein Vorteil kann allerdings darin bestehen, dass durch die aktive Einbeziehung einer Vielzahl verschiedener Bevölkerungsgruppen die Stiftung in ihrem Wirkungskreis besonders akzeptiert und eingebunden ist.
Durch die Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Stifterversammlung ähnelt die Stiftung in organisatorischer Hinsicht etwas dem Verein, von dem sie sich aber unter anderem durch ihr Ziel des langfristigen Vermögensaufbaus und vor allem der Orientierung an dem in der Gründungssatzung nierdergelegten Zweck statt der kontinuierlichen Willensbildung durch Mehrheitsentscheidungen unterscheidet.

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