Artikel unter 'Stiftung'

Die gemeinnützige eingetragene Genossenschaft

Die eingetragene Genossenschaft ist eine alte Gesellschaftsform und kann im Rahmen einer Gemeinnützigkeitsorientierung durchaus eine Alternative zu einer Stiftungsgründung darstellen. Insbesondere im sozialen Wohnungsbau treten sog. steuerbegünstigte eG auf. Rechtsgrundlagen gibt das Genossenschaftsgesetz vor.

Errichtung einer eG

Die eG ist ebenso wie die rechtsfähige Stiftung eine juristische Person und damit Träger von Rechten und Pflichten. Für die Gründung ist die Abfassung einer schriftlichen Satzung mit mindestens drei Gründungsmitgliedern erforderlich. Die eG ist zudem in das Genossenschaftsregister einzutragen. Gesetzlich ist der Mindestinhalt der Satzung vorgegeben.

Organe einer eG

Die Organe der eG sind Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung. Die Mitglieder der ersten beiden Organe müssen Genossenschaftsmitglieder und natürliche Personen sein, wobei der Vorstand aus zwei Personen besteht und von der Generalversammlung gewählt und abberufen wird. Der Aufsichtsrat wird von der Generalversammlung gewählt und besteht gesetzlich vorgesehen aus drei Mitgliedern. Die Generalversammlung stellt den Jahresabschluss fest und entscheidet über die Verwendung des Jahresergebnisses.

Haftungsbeschränkung

Die eG kennt kein Mindestkapital, sodass auch keine Mindesthöhe von Einlagen erforderlich ist. Nur die tatsächlich geleisteten Einlagen der Mitglieder stellen das Vermögen der eG dar. Bis zu dieser Höhe haftet die eG für Verbindlichkeiten. Mitglieder können ggf. zu Nachschüssen verpflichtet sein.

Einlagenverzinsung

Die geleistete Einlage ist grundsätzlich nicht zu verzinsen. Dies kann aber in der Satzung festgelegt werden.

Pflichtmitgliedschaft im Prüfverband

Die eG muss Mitglied in einem Prüfverband werden, der in der Regel die Rechtsform eines Vereins hat. Hierzu muss ein sog. Unternehmenskonzept vorgelegt werden. Eine Ablehnung führt dazu, dass die Eintragung im Genossenschaftsregister unterbleibt. Der Prüfverband kontrolliert die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Geschäftsführung.

Mitgliederwechsel in der eG

Die eG kann nach der Gründungsphase weitere Mitglieder aufnehmen und zwar im Rahmen von Beitrittserklärungen. In der Satzung kann hierzu näheres, auch mit Blick auf Kündigungsmöglichkeiten geregelt werden.

Beendigung einer eG

Die eG besteht auf unbestimmte Zeit. Die Generalversammlung kann mit einer Mehrheit von drei Vierteln der Stimmen die Auflösung per Beschluss bestimmen. Die sich daraus ergebende Liquidation führt zu einem Sperrjahr. Erst nach diesem Sperrjahr darf das Vermögen an die Mitglieder ausgekehrt und die eG gelöscht werden.

Besteuerung einer eG

Die eG ist unbeschränkt körperschaft- und gewerbesteuerpflicht, wenn der Sitz im Inland liegt. Auch das Umsatzsteuergesetz ist bei Lieferungen und Leistungen der eG anwendbar.

Vorteile einer eG

1) Es ist kein Mindestkapital vorgeschrieben.

2) Es muss kein jährlicher Mitgliedsbeitrag entrichtet werden.

3) Die Mitglieder können über eine Verzinsung am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden.

4) Die Vorstandschaft kann “klein” gehalten werden.

5) Wichtige Entscheidungen werden in der Generalversammlung getroffen, es gibt also gute Mitwirkungsrechte.

6) Das Engagement der Mitglieder ist mit Blick auf die wirtschaftliche Orientierung grundsätzlich höher.

7) Es können schnell neue Mitglieder aufgenommen werden.

8) Die Bündelung von Mitgliedern hat Vorteile: bessere Marktstellung, höheres Einkaufsvolument.

Nachteile einer eG

1) Es ist Bescheinigung des Prüfverbandes notwendig.

2) Es sind keine schnellen unternehmerischen Entscheidungen in der Gründungsphase möglich.

3) Die eG hängt von der satzungsmäßigen Zwecksetzung ab.

Die Steuerbegünstigung der eG

Gemäß §§ 51 ff. AO kann auch eine eG steuerbegünstigt sein.

Hierfür ist ein steuerbegünstigter Zweck notwendig. Dies kann bei einer eG geleistet werden.

Im Rahmen der Anforderungen der §§ 51 ff. AO sind vor allem folgende Punkte zu berücksichtigen: Förderung der Allgemeinheit, zeitnahe Mittelverwendung, Selbstlosigkeit, Betriebsmittelrücklage, freie Rücklage, Begünstigungsverbot.

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Die Versorgung des Stifters und seiner Familie

Immer mehr Unternehmer und Privatpersonen bringen ihr Vermögen zur Nachfolgeregelung in eine Stiftung ein. Dabei ist zu beachten, dass nur 1/3 der Stiftungsmittel an den Stifter und dessen Familie gehen können. Es muss deshalb gestaltend geklärt werden, wie darüber hinaus, der Stifter und seiner Familie abgesichert und versorgt werden kann. Hierbei gibt es insbesondere den Nießbrauch und eine Kombination von Schenkung / Auflage / Familienstiftung als Lösungsansatz.

Mit einem Nießbrauch kann sich der Stiftung für sich und andere Personen ein Nutzungsrecht an dem übertragenen Vermögen (Unternehmen, Immobilie u. ä.) vorbehalten. Das Vermögen wird Stiftungseigentum. Die Nutzungen und Früchte (beispielsweise die Mieterträge) verbleiben aber beim Stifter oder einer dritten Person. Bedeutsam ist dabei, dass bei Übertragung des Vermögens kein Nießbrauch zu 100% denkbar ist, da die Stiftung selbst für sich Erträge erwirtschaften muss. Eine Quote von 50% ist aber durchaus üblich. Probleme treten aber insoweit auf, als die Absicherung von den Nießbrauchserträgen abhängig ist und damit schwanken kann. Außerdem erlischt der Nießbrauch mit dem Tod des Nießbrauchsberechtigten, sodass irgendwann keine weitere Versorgung späterer Generationen mehr stattfindet.

Eine andere Alternative ist, dass der Stifter eine gemeinnützige Stiftung und eine Familienstiftung gründet, mit der Auflage, dass erstere Erträge von z. B. 25% an die Familienstiftung jährlich auskehrt und zwar solange, bis das Vermögen der Familienstiftung einen bestimmten Betrag erreicht. Ist der Betrag erreicht, verbleiben alle Erträge bei der gemeinnützigen Stiftung. Die nicht gemeinnützige Familienstiftung darf die Erträge und Vermögensteile an die Familie auskehren. Dadurch ist eine flexible Versorgung der Familie erreicht. Wird durch Ausschüttungen und Auszahlungen aus der Familienstiftung der Sockelbetrag wieder unterschritten, lebt die Ertragsübertragung der gemeinnützigen Stiftung wieder auf.

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Vermietung und Verpachtung als Einkunftsquelle für Stiftungen

Aufgrund einer Rechtsprechungsentwicklung des Bundesfinanzhofs hat sich der Anlagehorizont von Stiftungen erweitert. Nunmehr ist es in bestimmten Fällen möglich, dass sich eine Stiftung als Kommanditist an einer GmbH & Co. KG beteiligt, die Einkünfte nach § 21 EStG (Vermietung und Verpachtung) erzielt, ohne dass die Stiftung gewerbliche Einkünfte erhält. Damit entfallen die Risiken einer Körperschafts- und Gewerbesteuer.

Denn eine Stiftung muss solche Einkünfte versteuern, wenn diese aus einem wirtschaftlichen Gewerbebetrieb fließen. es fallen Körperschafts- und Gewerbesteuer an. Gewerbeliche Tätigkeit liegt insbesondere dann vor, wenn eine Beteiligung an einer AG, GmbH oder UG vorliegt. Anders ist dies bei rein vermögensverwaltender Tätigkeit, die zu keiner Steuerlast führt. Der Bundesfinanzhof hat nunmehr die Beteiligung als Kommanditist an einer GmbH & Co. KG als vermögensverwaltende und nicht gewerbliche Tätigkeit einer Stiftung eingestuft, allerdings unter der Voraussetzung, dass die benannte KG selbst nur vermögensverwaltende Einkünfte erzielt. Es muss also eine steuerliche Prüfung auf Ebene der Personengesellschaft stattfinden.

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Steuerbefreiungen bei Treuhandstiftungen

Die Treuhandstiftung ist eine sog. unselbständige Stiftung, die keiner Anerkennung der Stiftungsaufsicht bei Gründung und laufender Tätigkeit bedarf. Es findet also keine Kontrolle statt. Der Stifterwille ist nicht so stark festgelegt, wie bei einer rechtsfähigen Stiftung. Es handelt sich um eine rechtsgeschäftliche Verknüpfung zwischen Stifter und Treuhänder. Die Vorschriften des Stiftungsrechts kommen dabei nicht zur Anwendung.

Steuerlich ist dabei zu beachten, dass auch eine Treuhandstiftung grundsätzlich körperschaftssteuerpflichtig sein kann und dann zugleich der Steuerbefreiung unterliegt. Dies ist allerdings nicht zwingend. Die Finanzverwaltung setzt die wirtschaftliche Selbständigkeit der Treuhandstiftung voraus. Körperschaftssteuerpflicht und Steuerbefreiung gehen insoweit Hand in Hand. Entscheidender Ansatzpunkt ist steuerlich hierbei, dass das Stiftungsvermögen vom Vermögen des Treuhänders gesondert verwaltet wird. Außerdem sollte eine Trennung von Stiftungszwecken und Treuhänderzwecken erfolgen. Ein weiteres Kriterium ist die Existenz von eigenen Stiftungsgremium neben dem eigentlichen Treuhänder. Da die Anforderungen an die steuerliche Anerkennung einer Treuhandstiftung somit steigen, sollte über die Alternative einer sog. Zustiftung zu einer rechtsfähigen Stiftung nachgedacht werden.

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Erlöschen der Treuhandstiftung bei Insolvenz

Die Treuhandstiftung selbst ist nicht rechtsfähig, sodass über das Stiftungsvermögen selbst kein Insolvenzverfahren eröffnet werden kann. Allerdings erlischt die Stiftung von selbst, wenn das Stiftungsvermögen aufgebraucht ist.
Davon zu unterscheiden ist die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Treuhänders. Hier führt zwar nicht schon die Verfahrenseröffnung zu einem Erlöschen der Stiftung, nach der vollständigen Abwicklung erlischt aber grundsätzlich die Rechtspersönlichkeit des Treuhänders. Damit kann auch die unselbstständige Stiftung nicht fortbestehen. Um die Stiftung zu retten, können für diesen Fall aber z.B. die Umwandlung in eine selbstständige Stiftung oder die Übertragung auf einen anderen Rechtsträger vorgesehen werden.

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Schutz der Treuhandstiftung vor Gläubigern des Stiftungsträgers

Bei einer Treuhandstiftung ist nicht die Stiftung selbst Trägerin des Stiftungsvermögens, sondern dieses wird rechtlich gesehen ein Teil des Vermögens des Treuhänders. Dadurch besteht die Gefahr, dass Gläubiger des Treuhänders zur Befriedigung ihrer Ansprüche auf das Vermögen der unselbstständigen Stiftung zugreifen. Die Besonderheit einer Treuhandstiftung liegt aber darin, dass in wirtschaftlicher Hinsicht das Vermögen dem Treugeber (dem Stifter) gehört. Einer Vollstreckung kann der Stifter bzw. seine Erben daher durch Drittwiderspruchsklage widersprechen. Auch im Insolvenzverfahren über das Vermögen des Treuhänders ist eine Aussonderung der übertragenen Vermögenswerte möglich.

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Ist bei einer unselbstständigen Stiftung eine Vermögensrückforderung möglich?

Bei einer selbstständigen Stiftung gibt der Stifter bei Errichtung der Stiftung das übertragene Vermögen endgültig auf. Im Unterschied dazu bestehen bei einer unselbstständigen Stiftung verschiedene Möglichkeiten, die Vermögensübertragung rückgängig zu machen. 

Eine Treuhandstiftung kann z.B. grundsätzlich jederzeit durch den Treugeber oder den Treuhänder durch Kündigung oder Widerruf beendet werden, wenn auf schützenswerte Interessen der anderen Seite Rücksicht genommen wird. Das Stiftungsvermögen ist dann grundsätzlich an den Stifter zurückzuerstatten, wenn nicht z.B. in der Satzung die Übertragung auf einen anderen Rechtsträger vorgesehen ist.
Die Möglichkeit einer Rückforderung des Stiftungsvermögens kann einen Vorteil, aber auch eine Gefahr darstellen. Insbesondere können Gläubiger des Stifters durch die Pfändung der Rückgewähransprüche auf das Stiftungsvermögen zugreifen. Im Insolvenzfall erlischt das Treuhandverhältnis kraft Gesetzes, sodass das Vermögen in die Insolvenzmasse fällt.

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Satzungsgestaltung bei unselbstständigen Stiftungen

Auch eine unselbstständige Stiftung benötigt eine Satzung. Deren Ausgestaltung unterliegt aber nicht den gesetzlichen Vorgaben in §§ 80 ff. BGB, die nur für selbstständige, rechtfähige Stiftungen gelten.  Da einer unselbstständigen Stiftung, z.B. einer Treuhandstiftung, ein Vertrag zwischen dem Treugeber und der Treuhänder zugrunde liegt, muss der Inhalt der Satzung zwischen dem Stifter und dem Träger der Stiftung vereinbart werden.
Dadurch bieten sich auf der einen Seite größere Gestaltungsfreiräume, z.B. kann bei Gründung einer Verbrauchsstiftung ein nur vorübergehender Stiftungszweck vereinbart werden. Auf der anderen Seite bestehen aber auch die gesetzlich vorgesehenen Schutz- und Kontrollmöglichkeiten, z.B. durch die Stiftungsaufsicht, nicht. Der Stifter muss selbst durch eine entsprechende Satzungsgestaltung dafür Sorge tragen, dass das Stiftungsvermögen dem Zweck der Stiftung entsprechend verwaltet und verwendet wird.
Die Satzung einer unselbstständigen Stiftung sollte daher vor allem auch die Möglichkeit einer Kontrolle der Mittelverwendung durch zusätzliche Gremien vorgesehen werden. Auch detaillierte Vorschriften zur Vermögensverwaltung und Haftung sind wichtig. Obwohl sich bei der Errichtung einer Treuhandstiftung die getrennte Verwaltung des Stiftungsvermögens grundsätzlich von selbst versteht, sollte auch dies in der Satzung nochmals explizit festgehalten werden.

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Was sind „Durchlaufspenden“?

Das „Durchlaufspendenverfahren“  wurde zur steuerlichen Abzugsfähigkeit von Spenden an gemeinnützige Körperschaften, die bestimmte Zwecke (z.B. Naturschutz, Kultur) fördern, entwickelt. Bis zum Jahr 2000 konnten derartige Spenden nur dann als Sonderabgaben geltend gemacht werden, wenn sie an eine juristische Person des öffentlichen Rechts geleistet wurden. Deswegen wurden Spenden zuerst z.B. an die Gemeinde überwiesen, die sie an die Stiftung weiterleitete. Die Spendenbescheinigung musste durch die Durchlaufstelle ausgestellt werden. Nach heutiger Rechtslage sind Spenden auch unmittelbar an eine als gemeinnützig anerkannte Stiftung zur Förderung kultureller Zwecke steuerlich abzugsfähig. Das Durchlaufspendenverfahren wird aber teilweise noch immer praktiziert und wird auch von den Finanzbehörden nach wie vor anerkannt.

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Zeitnahe Mittelverwendung

Gemeinnützige Stiftungen sind gem. § 55 Abs. 1 Nr. 5 AO dazu verpflichtet, dass sie die Erträge aus dem Stiftungsvermögen zeitnah zur Erreichung ihrer gemeinnützigen Ziele ausgeben.  „Zeitnah“ ist eine Verwendung innerhalb von einem Jahr nach Abschluss des Veranlagungszeitraums, in dem sie erzielt worden sind.
Dadurch soll die Stiftung aber nicht zu übereilten oder zu umfangreichen Fördermaßnahmen veranlasst werden. Die Stiftungsorgane müssen gleichzeitig auch das Gebot einer sparsamen und effizienten Mittelverwendung beachten. Wurden tatsächlich weniger Mittel zur Förderung des gemeinnützigen Zweckes ausgegeben, als erforderlich wäre, setzt die Finanzverwaltung regelmäßig eine Frist, ehe die Aberkennung der Gemeinnützigkeit droht. Zudem sind in engen Grenzen auch Rücklagen zulässig.

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Welche Angehörigen dürfen durch eine gemeinnützige Stiftung begünstigt werden?

Ein Drittel der Erträge einer gemeinnützigen Stiftung dürfen für den Stifter oder seine nächsten Angehörigen aufgewandt werden. Die Beschränkung auf die „nächsten Angehörigen“ zeigt, dass nur besondere Personen begünstigt werden sollen. Nach Ansicht der Finanzbehörden sind diese „nächsten Angehörigen“ nur der Ehepartner, Eltern, Kinder, Großeltern, Geschwister sowie Pflegeeltern und Pflegekinder. Erfasst sind auch durch Adoption begründete Verwandtschaftsverhältnisse in diesem Umfang.

Diese Einschränkung wird von verschiedener Seite kritisiert, weil sie der modernen Lebenswirklichkeit, die verschiedene Formen des Zusammenlebens außerhalb der traditionellen Familie (z.B. in Patchwork-Familien, Lebensgefährten) kennt, nicht entspricht. Sie berücksichtigt auch nicht die gestiegene Lebenserwartung und steht nicht im Einklang mit der Intention des Gesetzes.  Vor allem für Urenkel und andere Verwandte in gerader Linie sowie für Personen, die dem Stifter in ähnlicher Weise wie Familienangehörige besonders nahe stehen, wird daher ein weiteres Verständnis der Norm befürwortet.

Bei Errichtung einer Stiftung sollte die Versorgung anderer Personen als der genannten Angehörigen allerdings sicherheitshalber auf anderem Wege gesichert werden.

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Welche Folgen hat eine Genehmigungspflicht für einzelne Rechtsgeschäfte?

Wenn aufgrund einer landesgesetzlichen Regelung das Rechtsgeschäft durch die Stiftungsaufsichtsbehörde genehmigt werden muss, ist die Genehmigung eine Wirksamkeitsvoraussetzung. Solange die Genehmigung nicht erteilt ist, ist das Rechtsgeschäft, also z.B. der Bürgschaftsvertrag, daher vorläufig unwirksam. Wenn die Genehmigung ausgesprochen wird, wird es aber rückwirkend zu dem Zeitpunkt wirksam, an dem das Geschäft abgeschlossen worden ist.
Den Stiftungsorganen ist daher anzuraten, bei Rechtsgeschäften mit größerem Umfang oder erheblicher Bedeutung bereits im Vorfeld des Geschäftes die Genehmigungspflicht mit der Aufsichtsbehörde abzuklären und sich gegebenenfalls die Genehmigungsfreiheit bestätigen zu lassen.

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Welche Rechtsgeschäfte der Stiftung müssen durch die Aufsichtsbehörde genehmigt werden?

Nicht nur die Stiftungsgründung erfordert eine Genehmigung der Aufsichtsbehörde, auch bei einzelnen Rechtsgeschäften der Stiftung kann eine Genehmigung erforderlich sein.
Wann dies der Fall ist, ergibt sich aus dem jeweiligen Landesstiftungsgesetz. Für Bayern bestimmt z.B. Art. 19 BayStiftG eine Genehmigungspflicht für:
- die Annahme von Zustiftungen, die mit einer Last verknüpft sind oder einem anderen Zweck als die Stiftung dienen sollen;
- den Abschluss von Verträgen, die ein Einstehen der Stiftung für fremde Schuld zum Gegenstand haben (z.B. Bürgschaftsverträge)
- sowie im Regelfall für Rechtsgeschäfte, an denen ein Mitglied eines Stiftungsorgans persönlich oder als Vertreter beteiligt ist und bei denen daher die Gefahr einer Interessenkollision droht.
Üblich sind auch Genehmigungsvorbehalte für Satzungsänderungen oder für Rechtsgeschäfte, die eine Veräußerung oder Veränderung von besonders erhaltenswerten Vermögensgegenständen  betreffen.

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Kann das Recht der Aufsichtsbehörde, die Stiftungssatzung zu ändern, durch den Stifter geregelt werden?

Eine Änderung der Stiftungssatzung durch Stiftungsaufsichtsbehörden kann der Stifter nicht generell unterbinden. Unter den Voraussetzungen von § 87 BGB ist ein Eingreifen immer möglich. Allerdings setzt dies voraus, dass der Stiftungszweck unmöglich geworden ist oder das Gemeinwohl gefährdet. Diese Voraussetzungen sind selten gegeben.
Umgekehrt kann der Stifter den Stiftungsaufsichtsbehörden durch die Satzung weitergehende Änderungsbefugnisse einräumen. Grundsätzlich kann die Aufsichtsbehörde z.B. eine Satzungsänderung nicht schon aus Zweckmäßigkeitsgesichtspunkten veranlassen. Der Stifter kann durch die Satzung ihren Handlungsspielraum erweitern. Allerdings darf dadurch nicht die Autonomie der Stiftung und die Unabhängigkeit und Beständigkeit des Stifterwillens in Frage gestellt werden. Besonders sensibel sind in diesem Zusammenhang Änderungen des Stiftungszweckes.

Dagegen ist davon auszugehen, dass die Aufsichtsbehörde zu geringfügigen Änderungen, die die Stiftung im wesentlichen unverändert lassen und weder die Rechte der Destinäre noch den Stiftungszweck beeinträchtigen, ermächtigt werden kann. Unproblematisch ist es auch, wenn selbst bei solchen Satzungsänderungen durch Stiftungsorgane, die im Einzelfall aufgrund landesrechtlicher Bestimmungen nicht genehmigungspflichtig sind, eine Genehmigung durch die Stiftungsaufsichtsbehörde in der Satzung vorgeschrieben wird.

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Was sind angemessene Zuwendungen gem. § 58 Nr.5 AO?

Steuerbefreite Stiftungen dürfen dem Stifter oder dessen Angehörigen einen angemessenen Unterhalt leisten. In welchem Umfang genau Unterhalt geleistet werden darf, kann aber nicht pauschal beantwortet werden. Grundsätzlich ist nach dem Lebensstandard des Begünstigten zu beurteilen, welcher Unterhalt angemessen ist. Die Unbestimmtheit der Vorschrift bringt es mit sich, dass zwischen Finanzbehörden und Begünstigtem verschiedene Ansichten darüber bestehen können, ob ein Unterhalt angemessen ist. Zu berücksichtigen ist in jedem Fall der Zweck der Vorschrift,  dem Stifter die Angst zu nehmen, dass infolge von Zuwendungen an die Stiftung er selbst oder seine nächsten Angehörigen in finanzielle Not geraten könnten. Unklar ist bislang allerdings z.B., ob es nur auf die Höhe der Unterhaltsleistungen ankommt oder ob der Unterhalt auch in sonstiger Weise angemessen sein muss. Dann könnten z.B. auch die Vermögensverhältnisse der Stiftung oder eine schuldhafte Herbeiführung einer Bedürftigkeit berücksichtigt werden.

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Begünstigung von Angehörigen trotz Steuerbefreiung

§ 58 Nr. 5 AO lässt Zuwendungen der Stiftung an den Stifter oder dessen Angehörige zu, sofern die Ausgaben für die Grabpflege, die Ehrung des Andenkens des Stifters und Unterhaltsleistungen höchstens ein Drittel der Einkünfte der Stiftung umfassen.
Die Höhe der Unterhaltsleistungen hängt damit konkret von den erzielten Einkünften der Stiftung ab. Das Einkommen der Stiftung bemisst sich nach der Summe sämtlicher Einkünfte gem. § 2 Abs.1 EStG, von denen Abschreibungen und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Einkommenserzielung abgezogen werden können. Nicht in das Einkommen mit einzurechnen sind nicht steuerbare Zuwendungen, wie z.B. Spenden und Zustiftungen.
Für den Stifter bedeutet dies, dass durch die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung nicht die konstante Zahlung eines gleichbleibenden Unterhaltsbetrages sichergestellt werden kann. Geringere Einkünfte der Stiftung ziehen geringere Mittel für Leistungen an Angehörige nach sich. Leistungen für Unterhalt scheiden ganz aus, wenn in einem Veranlagungsjahr kein Einkommen erzielt wird. Werden generelle Leistungen an den Stifter oder an Familienangehörige in der Satzung angeordnet, kann darin ein Verstoß gegen das Gebot der Selbstlosigkeit liegen.

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Steuerrechtliche Behandlung einer Verbrauchsstiftung

Bei einer Bewertung der steuerrechtlichen Behandlung einer Stiftungsgründung muss zwischen der Besteuerung der Stiftung und steuerrechtlichen Folgen für den Stifter unterschieden werden. Besteuerung der Stiftung
Eine Verbrauchsstiftung unterliegt denselben steuerrechtlichen Voraussetzungen und Regelungen wie gewöhnliche, auf Dauer angelegte Stiftungen. Die Stiftung ist steuerlich privilegiert, also v.a. von der Körperschaftssteuer befreit, wenn sie gemeinnützige oder mildtätige Zwecke i.S.v. §§ 52 ff. AO fördert.

Besteuerung von Zuwendungen an die Stiftung
Spenden an eine gemeinnützige Verbrauchsstiftung können jedenfalls nach § 10b Abs.1 EStG geltend gemacht werden. Die Summe der Zuwendungen darf aber in diesem Fall maximal 20 Prozent der Gesamteinkünfte oder 4 Promille der gesamten Umsätze, Löhne und Gehälter betragen, darüber hinausgehende Aufwendungen können nicht mehr als Sonderausgaben abgezogen werden. Bei Zuwendungen, die das Grundkapital einer Stiftung erhöhen, kann ein Stifter (sofern er eine natürliche Person ist) allerdings zusätzlich einen Freibetrag von max. 1 Mio. Euro geltend machen. Ob dieser Sonderabzug auch bei der Gründung oder einer Zustiftung an eine Verbrauchsstiftung gilt, ist umstritten. In der Vergangenheit wurde dies von der Praxis verneint. Für den Stifter kann aus diesem Grund die Errichtung einer herkömmlichen Stiftung attraktiver sein.

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Landesrechtliche Hürden für die Errichtung einer Verbrauchsstiftung

Die Verbrauchsstiftung ist gesetzlich nicht explizit normiert. Nach § 80 Abs.2 BGB ist aber Voraussetzung einer Stiftung nur, dass ihr Zweck dauernd und nachhaltig verwirklicht wird. Damit ist weder eine konkrete Dauer vorgeschrieben, noch der dauerhafte, ungeschmälerte Bestand des Stiftungsvermögens. Bundesrechtlich ist also von der Zulässigkeit einer Verbrauchsstiftung auszugehen.
Allerdings enthalten viele Landesstiftungsgesetze ein konkretes Gebot, das Grundvermögen dauerhaft zu erhalten. So heißt es z.B. in Art. 6 Abs. 2 des Bayrischen Landesstiftungsgesetzes:
„Das Vermögen, das der Stiftung zugewendet wurde, um aus seiner Nutzung den Stiftungszweck dauernd und nachhaltig zu erfüllen (Grundstockvermögen), ist ungeschmälert zu erhalten.“
Bei einem Konflikt zwischen Landes- und Bundesrecht ist Bundesrecht grundsätzlich vorrangig. In den meisten Fällen enthalten die Landesstiftungsgesetze jedoch selbst Ausnahmen vom Grundsatz der Vermögenserhaltung und lassen die Errichtung von Verbrauchsstiftungen damit zu. Vor diesem Hintergrund kann erwogen werden, die Stiftung bei drohenden Konflikten in einem anderen Bundesland zu errichten.

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Vorteile der Verbrauchsstiftung

Kennzeichnend für die Verbrauchsstiftung ist, dass sie nicht nur die Erträge, sondern das gesamte Grundstockvermögen für die Förderung ihrer Zwecke einsetzen kann. Dies bietet verschiedene Vorteile:
- Kleineres Grundkapital: Bei einer Förderung ausschließlich aus den Zinserträgen ist ein hohes Grundkapital erforderlich, um eine nennenswerte Fördersumme zu erwirtschaften.

- Kein Überleben des Stiftungszieles: Herkömmliche Stiftungen sind sozusagen auf die Ewigkeit ausgelegt. Eine langfristige, effektive Förderung bestimmter Ziele lässt sich aber nur schwer kalkulieren. Innerhalb von 100 Jahren nach der Errichtung der Stiftung kann das geförderte Stiftungsziel an Bedeutung verloren haben oder das Stiftungsvermögen, z.B. infolge von Finanzkrisen, Inflation oder aufgrund schlechter Vermögensverwaltung so dezimiert sein, dass keine effektive Förderung mehr möglich ist. Ein Weiterbestehen der Stiftung läge dann womöglich nicht im Interesse des Stifters, es ist aber nicht sichergestellt, dass es zu einer Auflösung kommt.

- Kontrolle der Verwaltung: Die beschränkte Lebensdauer der Verbrauchsstiftung bietet auch den Vorteil, dass der Stifter meist vollständig die spätere Verwaltung des Stiftungsvermögens bestimmen kann. Bei einer herkömmlichen Stiftung kann nur die Erstbesetzung der Organe festgelegt werden. Es ist oft nicht gewährleistet, dass auch die spätere Verwaltung in seinem Sinne erfolgt. Eine Verbrauchsstiftung, die z.B. 30 Jahre nach der Errichtung wider erlischt, kann dagegen oft für die gesamte Dauer ihres Bestandes durch den vom Stifter bestimmten Vorstand oder eine Institution betreut werden.

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Begünstigungen von Familienangehörigen durch die Gründung einer Stiftung

Familienangehörige des Stifters können von der Gründung einer Stiftung profitieren, auch wenn keine Familienstiftung errichtet wird.
Soll eine direkte Förderung erreicht werden, können Familienmitglieder als Destinäre der Stiftung eingesetzt werden. Auch bei gemeinnützigen Stiftungen ist dies möglich, sofern die Zuwendungen ein Drittel des Einkommens der Stiftung nicht überschreiten. Mittelbar ist eine finanzielle Förderung von Familienmitgliedern oft auch möglich, indem diese als Organe der Stiftung eingesetzt werden.
Häufig wird die Begünstigung aber auch nur indirekt herbeigeführt. Der Stifter kann auch bei gemeinnützigen Stiftungen den Zweck so wählen, dass Interessen der Familie damit mittelbar gefördert werden. Ein Beispiel hierfür ist die Förderung der Erforschung einer Krankheit, an der ein Kind des Stifters leidet.
Daneben kann die Familie des Stifters natürlich auch durch eine erhöhte Reputation von der Gründung einer Stiftung profitieren.

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Die Auswahl des Treuhänders einer unselbstständigen Stiftung

Die Wahl des richtigen Treuhänders ist für eine unselbstständige Stiftung von entscheidender Bedeutung. Sofern keine persönlichen Gründe für einen bestimmten Rechtsträger der Stiftung sprechen (z.B. wenn die Verbundenheit mit einer Institution erst den Anreiz für die Stiftung ausgelöst hat), sind Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des Treuhänders. Es sollten bereits Erfahrungen im Bereich der Stiftungsverwaltung vorhanden sein. Meistens ist es sinnvoll, einen Treuhänder zu wählen, der auch über Kompetenzen auf dem Gebiet verfügt, das mit dem Stiftungszweck gefördert werden soll. Zum einen kann durch das dadurch bereits vorhandene Sachwissen der Zweck der Stiftung besonders effektiv erreicht werden. Zum anderen sollte bedacht werden, dass auch ein Treuhänder mit der Übernahme der Verwaltung einer Stiftung eigene Interessen verfolgt. Diese können z.B. in der Erzielung von Einnahmen durch die Verwaltung des Vermögens liegen. Oft bieten sich allerdings Institutionen als Träger unselbstständiger Stiftungen an, um mithilfe der Unterstiftung letztlich ihren eigenen Aktionsradius zu erweitern. Diese Interessen sollte sich der Stifter bewusst machen, um gegebenenfalls auch Vorkehrungen zu treffen, dass der eigene Stiftungszweck erreicht wird.

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Welche Aufgaben übernimmt der Treuhänder?

Die vorrangige Aufgabe des Treuhänders besteht in der Verwaltung des übertragenen Vermögens. Dadurch soll er zur nachhaltigen Erfüllung des Stiftungszwecks beitragen. Der Treuhänder muss deswegen alle seine Entscheidungen und Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem übertragenen Stiftungsvermögen am Stiftungszweck ausrichten. Aus dieser Treuepflicht des Trägers einer unselbstständigen Stiftung folgen Vorgaben für den Umgang mit dem anvertrauten Vermögen. Dieses muss z.B. grundsätzlich getrennt verwaltet werden, wenn nicht ausdrücklich eine gemeinsame Verwaltung mit dem übrigen Vermögen des Treuhänders erlaubt worden ist. Bei der Verwaltung sind außerdem besondere Sorgfaltsregeln zu beachten.
Weitere, spezielle Aufgaben können dem Treuhänder durch die Treuhandsvereinbarung übertragen werden. Beispielsweise ist es sinnvoll, den Treuhänder zu einer regelmäßigen Rechnungslegung und Berichterstattung über seine Tätigkeit für die Stiftung zu verpflichten. Ausdrücklich vereinbart kann auch werden, ob der Treuhänder durch aktive Öffentlichkeitsarbeit für die Bekanntheit der Stiftung sorgen soll.

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Sicherung der Stiftungsgründung durch Testamentsvollstreckung

Soll eine Stiftung erst nach dem Tod des Stifters gegründet werden (Stiftung von Todes wegen), kann ein Testamentsvollstrecker mit der Überwachung und Durchführung der Gründung betraut werden. Die Testamentsvollstreckung muss im Testament angeordnet sein, wobei alle erbrechtlichen Formvorschriften zu beachten sind.

Der Stifter kann im Testament auch den genauen Umfang der Tätigkeiten des Testamentsvollstreckers bestimmen. Er kann z.B. dazu ermächtigt werden, das Stiftungsgeschäft und die Stiftungssatzung zu verändern oder zu ergänzen, wenn nur auf diesem Weg Anerkennungshindernisse oder steuerliche Nachteile beseitigt werden können. Außerdem kann er ihm auch die Einsetzung des ersten Vorstandes übertragen werden. Soll der Testamentsvollstrecker dauerhaft für die Stiftung tätig werden, ist zu bedenken, dass eine Dauertestamentsvollstreckung 30 Jahre nach dem Erbfall endet. Wenn über diesen Zeitraum hinaus eine Mitwirkung erwünscht ist, muss der Testamentsvollstrecker selbst Mitglied der Organe der Stiftung sein.

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Entstehen Kosten für die Anerkennung der Stiftung?

Die Anerkennung von Stiftungen ist grundsätzlich gebührenpflichtig. In bestimmten Fällen sind allerdings Ausnahmen möglich, z.B. sieht das Bayrische Stiftungsgesetz für die Anerkennung öffentlicher Stiftungen eine Befreiung vor. Bei Stiftungen des Privatrechts wird die Höhe der erhobenen Gebühren nach dem Ermessen der Anerkennungsbehörde festgesetzt. Dazu können Rechtanwalt- und Notargebühren anfallen, die der Stifter tragen muss.

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Was passiert, wenn die Anerkennung verweigert wird?

Wird die Anerkennung verweigert, bestehen bei einer Stiftung unter Lebenden verschiedene Möglichkeiten, hierauf zu reagieren. Die angemessene Vorgehensweise wird auch davon abhängen, aus welchem Grund die Anerkennung verweigert worden ist. Dies muss von der Behörde mitgeteilt werden.
Der Stifter kann dann die genannten Mängel beseitigen oder gegen die Versagung der Anerkennung klagen. Im Streit um die Anerkennung gilt die Stiftung dann trotz der fehlenden Anerkennung als parteifähig. Statt der selbstständigen Stiftung kann der Stifter eine unselbstständige Stiftung errichten oder eine Ersatzform wählen. Es ist auch möglich, den Antrag bei einer anderen Behörde stellen, wenn der geplante Sitz der Stiftung geändert wird. Wegen der grundsätzlich einheitlichen gesetzlichen Vorgaben nach §§ 80 Abs.2, 81 Abs.1 S.3 BGB wird dies aber nur in Ausnahmefällen zu einer anderen behördlichen Beurteilung führen.
Entscheidet sich der Stifter für keine der Möglichkeiten, bleibt das Stiftungsgeschäft ohne Wirkungen. Bei der Stiftung von Todes wegen dagegen bestehen diese Reaktionsmöglichkeiten aufgrund des Todes des Stifters in der Regel nicht. Meist führt daher hier die Ablehnung der Anerkennung zur Unwirksamkeit des Stiftungsgeschäfts.

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Wie läuft das Anerkennungsverfahren ab?

Erst durch die behördliche Anerkennung erlangt eine Stiftung ihre Rechtsfähigkeit. Das Anerkennungsverfahren beginnt im Normalfall damit, dass der Stifter einen Antrag bei der zuständigen Behörde stellt (§ 81 Abs.2 BGB).
Welche Behörde zuständig ist, ergibt sich aus dem jeweiligen Landesstiftungsgesetz. Sobald der Antrag der Behörde zugegangen ist, wird er rechtswirksam. Ab diesem Zeitpunkt kann er nur noch gegenüber dieser Behörde und solange keine Anerkennung erfolgt ist, widerrufen werden.
Bei Stiftungen von Todes wegen wird der Antrag durch die Verpflichtung des Nachlassgerichts ersetzt, die zuständige Behörde zu informieren. Es können aber auch der Erbe oder der Testamentsvollstrecker einen Antrag auf Durchführung des Anerkennungsverfahrens stellen.

Wer kann den Antrag stellen?
Antragsberechtigt sind neben dem Stifter auch sein Erbe oder besonders Bevollmächtigte, z.B. ein Testamentsvollstrecker. Ist ein Stifter geschäftsunfähig, muss der gesetzliche Vertreter dem Antrag vorher zustimmen. Mehrere Stifter müssen den Antrag gemeinsam stellen.

Notwendige Dokumente
Zusammen mit dem Antrag müssen alle notwendigen Dokumente bei der Stiftungsbehörde eingereicht werden. Dies sind insbesondere: Stiftungsgeschäft, Stiftungssatzung, Nachweis über das der Stiftung zugewendete Vermögen, eventuell vorhandene Geschäfts- oder Benutzungsordnungen, Belege über eventuelle Abfindungen von Pflichtteilsberechtigten, Einverständniserklärungen von Personen, die Organe der Stiftung werden sollen, eventuell auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.

Unterschrift
Der Antrag muss unterschrieben werden. Stellt nicht der Stifter selbst, sondern eine bevollmächtigte Person den Antrag auf Anerkennung, muss auch die Vollmacht nachgewiesen werden. In Hamburg ist zusätzlich die Beglaubigung der Unterschrift des Stifters nötig.

Was ist sonst zu bedenken?

Es ist oft empfehlenswert, wenn schon vor der Antragstellung die Entwürfe des Stiftungsgeschäfts bzw. der Satzung mit der Stiftungsbehörde und dem Finanzamt erörtert werden. Dadurch kann zum einen das Verfahren beschleunigt werden, zum anderen können unangenehme Überraschungen vermieden werden, z.B. sofern das Finanzamt Bedenken gegen das Vorliegen der Gemeinnützigkeit der Stiftung hat.

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Wer kann Stifter sein?

Das Gesetz beinhaltet keine Beschränkungen für die Frage, wer Stifter sein kann.
Grundsätzlich kommt also jede natürliche oder juristische Person in Betracht. Für die Gründung einer privatrechtlichen, rechtsfähigen Stiftung nach §§ 80 ff. BGB ist entscheidend, dass die dort genannten Voraussetzungen durch den Stifter erfüllt werden können. Dies setzt zum einen ein wirksames Stiftungsgeschäft, also insbesondere Geschäftsfähigkeit des Stifters voraus, zum anderen die finanziellen Möglichkeiten, die Stiftung mit einem hinreichend großen Vermögen auszustatten, um die Erfüllung des Stiftungszweckes dauerhaft zu gewährleisten. Kann letztere Bedingung nicht erfüllt werden, besteht aber z.B. die Möglichkeit einer Zustiftung an eine bereits bestehende Stiftung.

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Stiftung & Co.KG

Die Rechtsform der unternehmensverbundenen Stiftung kann gerade für den Mittelstand interessante Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge bieten. Durch die Unabhängigkeit von einer bestimmten Person kann das Lebenswerk des Stifters auch ohne qualifizierte Abkömmlinge erhalten werden; zudem bietet die enge Begrenzung der Möglichkeiten einer nachträglichen Zweckänderung Gewähr vor feindlichen Übernahmen, einem Verkauf oder einer Zerschlagung des Unternehmens.
Auf der anderen Seite stellen die schwerfällige Organisation und die starre Bindung an den Stifterwillen auch Hindernisse bei der direkten Führung eines Unternehmens durch eine Stiftung dar. Vorgeschlagen wird daher die Stiftung & Co. KG. Dabei ist eine Stiftung Komplementärin einer KG, Kommanditisten sind die Mitglieder der Familie des Stifters oder dritte Personen, die in der Regel zugleich Destinäre der Stiftung sein werden.
Die rechtliche Zulässigkeit ist bislang weder gesetzgeberisch noch durch Rechtsprechung eindeutig geklärt. Teilweise wird gegen diese Rechtsform eingewandt, dass sie gegen das Verbot der Selbstzweckstiftung verstoße oder rechtsmissbräuchlich sei, weil die Stiftung nach der Intention des Gesetzgebers ursprünglich nur nicht-wirtschaftlichen Gründen dienen sollte. Nach überwiegender Ansicht dagegen ist grundsätzlich gegen die Zulässigkeit einer Stiftung & Co. KG nichts einzuwenden, wenngleich sie bislang keine große Verbreitung gefunden hat.
Durch die Stiftung & Co.KG wird ein Unternehmen geschaffen, das in weitem Umfang quasi „eigentümerlos“ ist. Zugleich können aber Destinäre als Kommanditisten eingesetzt werden, die als Geschäftsführer agieren oder zumindest das Recht haben können, Geschäftsführer zu benennen. Weitere Vorteile ergeben sich z.B. in steuerlicher Hinsicht, weil die Stiftung & Co. KG nicht stets gewerblich prägt und in insolvenzrechtlicher Hinsicht. Sind die Kommanditisten nicht zugleich Stiftungsorgane, sondern nur Begünstigte, können die GmbH-rechtlichen Informationspflichten der Kommanditisten einer GmbH & Co.KG entfallen. Auf der anderen Seite muss aber auch bedacht werden, dass die Stiftung & Co. KG der staatlichen Stiftungsaufsicht unterliegt. Weitere Nachteile liegen in den hohen Kapitalanforderungen und dem großen Gestaltungsaufwand.

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Unternehmensverbundene Stiftung

Unternehmensverbundene Stiftungen gibt es in verschiedenen Erscheinungsformen. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass zu ihrem Vermögen ein Unternehmen oder die Beteiligung an einem Unternehmen gehört. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnung als Stiftungsunternehmen, Unternehmensstiftungen, Unternehmensträgerstiftungen, gewerbliche oder unternehmensbezogene Stiftungen. Zu den unternehmensverbundenen Stiftungen zählen z.B. die Stiftung & Co.KG oder die Doppelstiftung.
Nach der jeweiligen Organisation ist zu unterscheiden zwischen der Unternehmensträgerstiftung, die unter ihrer Rechtsform selbst ein Unternehmen als Einzelkaufmann betreibt und der Beteiligungsträgerstiftung, die Beteiligungen an einer Personen- oder Kapitalgesellschaft hält. Beliebter ist die Beteiligungsträgerstiftung. Im Rechtsverkehr tritt das Unternehmen dabei weiterhin unter der jeweiligen gesellschaftsrechtlichen Rechtsform (z.B. AG) auf. Daraus folgt letztlich ihre größere Flexibilität gegenüber einem Auftreten der Stiftung selbst im Rechtsverkehr. So kann bei Bedarf die gesellschaftsrechtliche Rechtsform leichter geändert werden, dazu ist die Aufnahme neuer Mitglieder oder die Fremdfinanzierung einfacher möglich.
Das Unternehmen kann der Stiftung zu unterschiedlichen Zwecken dienen. Möglich ist einerseits, dass es eine reine Einnahmensquelle darstellen soll. Der eigentliche Zweck der Stiftung liegt dann außerhalb des Unternehmens und ist ideeller Art, durch die Betreibung des Wirtschaftsunternehmens verschafft sie sich lediglich die hierzu erforderlichen Mittel. Kennzeichen hierfür sind, wenn Stiftung und Unternehmen in institutioneller und personeller Hinsicht getrennt sind und das Unternehmen austauschbar ist, also z.B. jederzeit veräußert werden könnte. Es ist aber auch möglich, dass der Zweck der Stiftung selbst in einem unternehmerischen Führungsauftrag liegt. Die Zulässigkeit war lange Zeit umstritten. Nunmehr wird überwiegend angenommen, dass die Grenze einer unzulässigen Selbstzweckstiftung erst erreicht ist, wenn der ausschließliche Zweck der Stiftung in der Führung eines Unternehmens liegt. Dies spielt aber selten eine Rolle, da in der Regel auch gemeinwohlbezogene Interessen, wie die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region, vorliegen.

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Welche Voraussetzungen bestehen für die Gründung einer Stiftung?

Eine Stiftung kann grundsätzlich von jeder natürlichen Person, die voll geschäftsfähig ist, gegründet werden. In der Regel ist dies bei allen Personen über 18 Jahren der Fall. Auch juristische Personen, z.B. rechtsfähige Vereine, können Stifter sein. Nach § 80 BGB entsteht eine rechtsfähige Stiftung durch Anerkennung des Stiftungsgeschäfts durch die zuständige Behörde des Landes, in dem die Stiftung ihren Sitz haben soll. Damit ergeben sich als Voraussetzungen einer Stiftungsgründung das Vorhandensein eines ausreichenden Stiftungsvermögens, eines Stiftungszwecks und einer Stiftungssatzung.

Das Stiftungsgeschäft ist ein einseitiges Rechtsgeschäft, durch das der Stifter seinen Willen zum Ausdruck bringt, eine Stiftung zu gründen. Das Stiftungsgeschäft kann unter Lebenden oder durch Verfügung von Todes wegen (d.h. durch Testament oder Erbvertrag) vorgenommen werden. Ein Stiftungsgeschäft unter Lebenden muss schriftlich vorgenommen werden und die verbindliche Erklärung enthalten, dass ein bestimmtes Vermögen der Erreichung eines vorgegebenen Zwecks gewidmet wird. Bei einer Stiftung von Todes wegen gelten grundsätzlich die formellen Voraussetzungen, die auch sonst an die Errichtung eines Testaments oder Erbvertrags gestellt werden. Die Errichtung der Stiftung ist in diesem Fall vom Nachlassgericht der zuständigen Behörde mitzuteilen, sofern nicht Testamentsvollstrecker oder Erben einen Antrag auf Anerkennung stellen.
Außerdem muss das Stiftungsgeschäft eine Satzung enthalten. Die Stiftungssatzung ist Voraussetzung für die Anerkennung der Stiftung durch die Stiftungsaufsichtsbehörde und gibt den rechtlichen Rahmen der Stiftung vor. In ihr sind insbesondere der Stiftungszweck zu konkretisieren, aber auch Name, Sitz, Vermögen und die Bildung des Vorstandes der Stiftung festzulegen. Ist der Stifter aber verstorben, ohne dass die Stiftungssatzung sämtliche notwendige Vorgaben erfüllt, kann aber unter Umständen die Aufsichtsbehörde die Stiftungssatzung vor der Anerkennung unter Berücksichtigung des Willens des Stifters ergänzen.
Als Stiftungszweck kommt grundsätzlich jeder legale Zweck, dessen Erreichung dauerhaft möglich und nicht gemeinschädlich ist, in Betracht. Steuerlich privilegiert sind aber nur gemeinnützige Stiftungszwecke.
Das Stiftungsvermögen ist der Höhe nach gesetzlich nicht geregelt, als absoluter Mindestbetrag wird zumeist ein Betrag von 50000 Euro angenommen. Daneben besteht bei kleineren Vermögensmassen die Möglichkeit einer sog. Zustiftung.
Durch die Anerkennung des Stiftungsgeschäfts durch die Aufsichtsbehörde erlangt die Stiftung die Rechtsfähigkeit. Ein Widerruf des Stiftungsgeschäfts ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

Weiterführende Hinweise finden Sie unter anderem auch in folgenden Beiträgen:
„Was bringt eine Stiftungsgründung mit sich?“
„Wie finde ich den richtigen Stiftungszweck?“
„ Form des Stiftungsgeschäfts bei Zusicherung der Übertragung von Grundeigentum auf die Stiftung“
„Worauf sollte man als Stiftungsgründer bei der Festlegung des Stiftungszwecks besonders achten?“

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