Artikel unter 'Stiftungsmodelle'

Die gemeinnützige eingetragene Genossenschaft

Die eingetragene Genossenschaft ist eine alte Gesellschaftsform und kann im Rahmen einer Gemeinnützigkeitsorientierung durchaus eine Alternative zu einer Stiftungsgründung darstellen. Insbesondere im sozialen Wohnungsbau treten sog. steuerbegünstigte eG auf. Rechtsgrundlagen gibt das Genossenschaftsgesetz vor.

Errichtung einer eG

Die eG ist ebenso wie die rechtsfähige Stiftung eine juristische Person und damit Träger von Rechten und Pflichten. Für die Gründung ist die Abfassung einer schriftlichen Satzung mit mindestens drei Gründungsmitgliedern erforderlich. Die eG ist zudem in das Genossenschaftsregister einzutragen. Gesetzlich ist der Mindestinhalt der Satzung vorgegeben.

Organe einer eG

Die Organe der eG sind Vorstand, Aufsichtsrat und Generalversammlung. Die Mitglieder der ersten beiden Organe müssen Genossenschaftsmitglieder und natürliche Personen sein, wobei der Vorstand aus zwei Personen besteht und von der Generalversammlung gewählt und abberufen wird. Der Aufsichtsrat wird von der Generalversammlung gewählt und besteht gesetzlich vorgesehen aus drei Mitgliedern. Die Generalversammlung stellt den Jahresabschluss fest und entscheidet über die Verwendung des Jahresergebnisses.

Haftungsbeschränkung

Die eG kennt kein Mindestkapital, sodass auch keine Mindesthöhe von Einlagen erforderlich ist. Nur die tatsächlich geleisteten Einlagen der Mitglieder stellen das Vermögen der eG dar. Bis zu dieser Höhe haftet die eG für Verbindlichkeiten. Mitglieder können ggf. zu Nachschüssen verpflichtet sein.

Einlagenverzinsung

Die geleistete Einlage ist grundsätzlich nicht zu verzinsen. Dies kann aber in der Satzung festgelegt werden.

Pflichtmitgliedschaft im Prüfverband

Die eG muss Mitglied in einem Prüfverband werden, der in der Regel die Rechtsform eines Vereins hat. Hierzu muss ein sog. Unternehmenskonzept vorgelegt werden. Eine Ablehnung führt dazu, dass die Eintragung im Genossenschaftsregister unterbleibt. Der Prüfverband kontrolliert die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Geschäftsführung.

Mitgliederwechsel in der eG

Die eG kann nach der Gründungsphase weitere Mitglieder aufnehmen und zwar im Rahmen von Beitrittserklärungen. In der Satzung kann hierzu näheres, auch mit Blick auf Kündigungsmöglichkeiten geregelt werden.

Beendigung einer eG

Die eG besteht auf unbestimmte Zeit. Die Generalversammlung kann mit einer Mehrheit von drei Vierteln der Stimmen die Auflösung per Beschluss bestimmen. Die sich daraus ergebende Liquidation führt zu einem Sperrjahr. Erst nach diesem Sperrjahr darf das Vermögen an die Mitglieder ausgekehrt und die eG gelöscht werden.

Besteuerung einer eG

Die eG ist unbeschränkt körperschaft- und gewerbesteuerpflicht, wenn der Sitz im Inland liegt. Auch das Umsatzsteuergesetz ist bei Lieferungen und Leistungen der eG anwendbar.

Vorteile einer eG

1) Es ist kein Mindestkapital vorgeschrieben.

2) Es muss kein jährlicher Mitgliedsbeitrag entrichtet werden.

3) Die Mitglieder können über eine Verzinsung am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden.

4) Die Vorstandschaft kann “klein” gehalten werden.

5) Wichtige Entscheidungen werden in der Generalversammlung getroffen, es gibt also gute Mitwirkungsrechte.

6) Das Engagement der Mitglieder ist mit Blick auf die wirtschaftliche Orientierung grundsätzlich höher.

7) Es können schnell neue Mitglieder aufgenommen werden.

8) Die Bündelung von Mitgliedern hat Vorteile: bessere Marktstellung, höheres Einkaufsvolument.

Nachteile einer eG

1) Es ist Bescheinigung des Prüfverbandes notwendig.

2) Es sind keine schnellen unternehmerischen Entscheidungen in der Gründungsphase möglich.

3) Die eG hängt von der satzungsmäßigen Zwecksetzung ab.

Die Steuerbegünstigung der eG

Gemäß §§ 51 ff. AO kann auch eine eG steuerbegünstigt sein.

Hierfür ist ein steuerbegünstigter Zweck notwendig. Dies kann bei einer eG geleistet werden.

Im Rahmen der Anforderungen der §§ 51 ff. AO sind vor allem folgende Punkte zu berücksichtigen: Förderung der Allgemeinheit, zeitnahe Mittelverwendung, Selbstlosigkeit, Betriebsmittelrücklage, freie Rücklage, Begünstigungsverbot.

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Die Versorgung des Stifters und seiner Familie

Immer mehr Unternehmer und Privatpersonen bringen ihr Vermögen zur Nachfolgeregelung in eine Stiftung ein. Dabei ist zu beachten, dass nur 1/3 der Stiftungsmittel an den Stifter und dessen Familie gehen können. Es muss deshalb gestaltend geklärt werden, wie darüber hinaus, der Stifter und seiner Familie abgesichert und versorgt werden kann. Hierbei gibt es insbesondere den Nießbrauch und eine Kombination von Schenkung / Auflage / Familienstiftung als Lösungsansatz.

Mit einem Nießbrauch kann sich der Stiftung für sich und andere Personen ein Nutzungsrecht an dem übertragenen Vermögen (Unternehmen, Immobilie u. ä.) vorbehalten. Das Vermögen wird Stiftungseigentum. Die Nutzungen und Früchte (beispielsweise die Mieterträge) verbleiben aber beim Stifter oder einer dritten Person. Bedeutsam ist dabei, dass bei Übertragung des Vermögens kein Nießbrauch zu 100% denkbar ist, da die Stiftung selbst für sich Erträge erwirtschaften muss. Eine Quote von 50% ist aber durchaus üblich. Probleme treten aber insoweit auf, als die Absicherung von den Nießbrauchserträgen abhängig ist und damit schwanken kann. Außerdem erlischt der Nießbrauch mit dem Tod des Nießbrauchsberechtigten, sodass irgendwann keine weitere Versorgung späterer Generationen mehr stattfindet.

Eine andere Alternative ist, dass der Stifter eine gemeinnützige Stiftung und eine Familienstiftung gründet, mit der Auflage, dass erstere Erträge von z. B. 25% an die Familienstiftung jährlich auskehrt und zwar solange, bis das Vermögen der Familienstiftung einen bestimmten Betrag erreicht. Ist der Betrag erreicht, verbleiben alle Erträge bei der gemeinnützigen Stiftung. Die nicht gemeinnützige Familienstiftung darf die Erträge und Vermögensteile an die Familie auskehren. Dadurch ist eine flexible Versorgung der Familie erreicht. Wird durch Ausschüttungen und Auszahlungen aus der Familienstiftung der Sockelbetrag wieder unterschritten, lebt die Ertragsübertragung der gemeinnützigen Stiftung wieder auf.

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Steuerbefreiungen bei Treuhandstiftungen

Die Treuhandstiftung ist eine sog. unselbständige Stiftung, die keiner Anerkennung der Stiftungsaufsicht bei Gründung und laufender Tätigkeit bedarf. Es findet also keine Kontrolle statt. Der Stifterwille ist nicht so stark festgelegt, wie bei einer rechtsfähigen Stiftung. Es handelt sich um eine rechtsgeschäftliche Verknüpfung zwischen Stifter und Treuhänder. Die Vorschriften des Stiftungsrechts kommen dabei nicht zur Anwendung.

Steuerlich ist dabei zu beachten, dass auch eine Treuhandstiftung grundsätzlich körperschaftssteuerpflichtig sein kann und dann zugleich der Steuerbefreiung unterliegt. Dies ist allerdings nicht zwingend. Die Finanzverwaltung setzt die wirtschaftliche Selbständigkeit der Treuhandstiftung voraus. Körperschaftssteuerpflicht und Steuerbefreiung gehen insoweit Hand in Hand. Entscheidender Ansatzpunkt ist steuerlich hierbei, dass das Stiftungsvermögen vom Vermögen des Treuhänders gesondert verwaltet wird. Außerdem sollte eine Trennung von Stiftungszwecken und Treuhänderzwecken erfolgen. Ein weiteres Kriterium ist die Existenz von eigenen Stiftungsgremium neben dem eigentlichen Treuhänder. Da die Anforderungen an die steuerliche Anerkennung einer Treuhandstiftung somit steigen, sollte über die Alternative einer sog. Zustiftung zu einer rechtsfähigen Stiftung nachgedacht werden.

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Erlöschen der Treuhandstiftung bei Insolvenz

Die Treuhandstiftung selbst ist nicht rechtsfähig, sodass über das Stiftungsvermögen selbst kein Insolvenzverfahren eröffnet werden kann. Allerdings erlischt die Stiftung von selbst, wenn das Stiftungsvermögen aufgebraucht ist.
Davon zu unterscheiden ist die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Treuhänders. Hier führt zwar nicht schon die Verfahrenseröffnung zu einem Erlöschen der Stiftung, nach der vollständigen Abwicklung erlischt aber grundsätzlich die Rechtspersönlichkeit des Treuhänders. Damit kann auch die unselbstständige Stiftung nicht fortbestehen. Um die Stiftung zu retten, können für diesen Fall aber z.B. die Umwandlung in eine selbstständige Stiftung oder die Übertragung auf einen anderen Rechtsträger vorgesehen werden.

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Schutz der Treuhandstiftung vor Gläubigern des Stiftungsträgers

Bei einer Treuhandstiftung ist nicht die Stiftung selbst Trägerin des Stiftungsvermögens, sondern dieses wird rechtlich gesehen ein Teil des Vermögens des Treuhänders. Dadurch besteht die Gefahr, dass Gläubiger des Treuhänders zur Befriedigung ihrer Ansprüche auf das Vermögen der unselbstständigen Stiftung zugreifen. Die Besonderheit einer Treuhandstiftung liegt aber darin, dass in wirtschaftlicher Hinsicht das Vermögen dem Treugeber (dem Stifter) gehört. Einer Vollstreckung kann der Stifter bzw. seine Erben daher durch Drittwiderspruchsklage widersprechen. Auch im Insolvenzverfahren über das Vermögen des Treuhänders ist eine Aussonderung der übertragenen Vermögenswerte möglich.

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Ist bei einer unselbstständigen Stiftung eine Vermögensrückforderung möglich?

Bei einer selbstständigen Stiftung gibt der Stifter bei Errichtung der Stiftung das übertragene Vermögen endgültig auf. Im Unterschied dazu bestehen bei einer unselbstständigen Stiftung verschiedene Möglichkeiten, die Vermögensübertragung rückgängig zu machen. 

Eine Treuhandstiftung kann z.B. grundsätzlich jederzeit durch den Treugeber oder den Treuhänder durch Kündigung oder Widerruf beendet werden, wenn auf schützenswerte Interessen der anderen Seite Rücksicht genommen wird. Das Stiftungsvermögen ist dann grundsätzlich an den Stifter zurückzuerstatten, wenn nicht z.B. in der Satzung die Übertragung auf einen anderen Rechtsträger vorgesehen ist.
Die Möglichkeit einer Rückforderung des Stiftungsvermögens kann einen Vorteil, aber auch eine Gefahr darstellen. Insbesondere können Gläubiger des Stifters durch die Pfändung der Rückgewähransprüche auf das Stiftungsvermögen zugreifen. Im Insolvenzfall erlischt das Treuhandverhältnis kraft Gesetzes, sodass das Vermögen in die Insolvenzmasse fällt.

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Satzungsgestaltung bei unselbstständigen Stiftungen

Auch eine unselbstständige Stiftung benötigt eine Satzung. Deren Ausgestaltung unterliegt aber nicht den gesetzlichen Vorgaben in §§ 80 ff. BGB, die nur für selbstständige, rechtfähige Stiftungen gelten.  Da einer unselbstständigen Stiftung, z.B. einer Treuhandstiftung, ein Vertrag zwischen dem Treugeber und der Treuhänder zugrunde liegt, muss der Inhalt der Satzung zwischen dem Stifter und dem Träger der Stiftung vereinbart werden.
Dadurch bieten sich auf der einen Seite größere Gestaltungsfreiräume, z.B. kann bei Gründung einer Verbrauchsstiftung ein nur vorübergehender Stiftungszweck vereinbart werden. Auf der anderen Seite bestehen aber auch die gesetzlich vorgesehenen Schutz- und Kontrollmöglichkeiten, z.B. durch die Stiftungsaufsicht, nicht. Der Stifter muss selbst durch eine entsprechende Satzungsgestaltung dafür Sorge tragen, dass das Stiftungsvermögen dem Zweck der Stiftung entsprechend verwaltet und verwendet wird.
Die Satzung einer unselbstständigen Stiftung sollte daher vor allem auch die Möglichkeit einer Kontrolle der Mittelverwendung durch zusätzliche Gremien vorgesehen werden. Auch detaillierte Vorschriften zur Vermögensverwaltung und Haftung sind wichtig. Obwohl sich bei der Errichtung einer Treuhandstiftung die getrennte Verwaltung des Stiftungsvermögens grundsätzlich von selbst versteht, sollte auch dies in der Satzung nochmals explizit festgehalten werden.

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Steuerrechtliche Behandlung einer Verbrauchsstiftung

Bei einer Bewertung der steuerrechtlichen Behandlung einer Stiftungsgründung muss zwischen der Besteuerung der Stiftung und steuerrechtlichen Folgen für den Stifter unterschieden werden. Besteuerung der Stiftung
Eine Verbrauchsstiftung unterliegt denselben steuerrechtlichen Voraussetzungen und Regelungen wie gewöhnliche, auf Dauer angelegte Stiftungen. Die Stiftung ist steuerlich privilegiert, also v.a. von der Körperschaftssteuer befreit, wenn sie gemeinnützige oder mildtätige Zwecke i.S.v. §§ 52 ff. AO fördert.

Besteuerung von Zuwendungen an die Stiftung
Spenden an eine gemeinnützige Verbrauchsstiftung können jedenfalls nach § 10b Abs.1 EStG geltend gemacht werden. Die Summe der Zuwendungen darf aber in diesem Fall maximal 20 Prozent der Gesamteinkünfte oder 4 Promille der gesamten Umsätze, Löhne und Gehälter betragen, darüber hinausgehende Aufwendungen können nicht mehr als Sonderausgaben abgezogen werden. Bei Zuwendungen, die das Grundkapital einer Stiftung erhöhen, kann ein Stifter (sofern er eine natürliche Person ist) allerdings zusätzlich einen Freibetrag von max. 1 Mio. Euro geltend machen. Ob dieser Sonderabzug auch bei der Gründung oder einer Zustiftung an eine Verbrauchsstiftung gilt, ist umstritten. In der Vergangenheit wurde dies von der Praxis verneint. Für den Stifter kann aus diesem Grund die Errichtung einer herkömmlichen Stiftung attraktiver sein.

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Landesrechtliche Hürden für die Errichtung einer Verbrauchsstiftung

Die Verbrauchsstiftung ist gesetzlich nicht explizit normiert. Nach § 80 Abs.2 BGB ist aber Voraussetzung einer Stiftung nur, dass ihr Zweck dauernd und nachhaltig verwirklicht wird. Damit ist weder eine konkrete Dauer vorgeschrieben, noch der dauerhafte, ungeschmälerte Bestand des Stiftungsvermögens. Bundesrechtlich ist also von der Zulässigkeit einer Verbrauchsstiftung auszugehen.
Allerdings enthalten viele Landesstiftungsgesetze ein konkretes Gebot, das Grundvermögen dauerhaft zu erhalten. So heißt es z.B. in Art. 6 Abs. 2 des Bayrischen Landesstiftungsgesetzes:
„Das Vermögen, das der Stiftung zugewendet wurde, um aus seiner Nutzung den Stiftungszweck dauernd und nachhaltig zu erfüllen (Grundstockvermögen), ist ungeschmälert zu erhalten.“
Bei einem Konflikt zwischen Landes- und Bundesrecht ist Bundesrecht grundsätzlich vorrangig. In den meisten Fällen enthalten die Landesstiftungsgesetze jedoch selbst Ausnahmen vom Grundsatz der Vermögenserhaltung und lassen die Errichtung von Verbrauchsstiftungen damit zu. Vor diesem Hintergrund kann erwogen werden, die Stiftung bei drohenden Konflikten in einem anderen Bundesland zu errichten.

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Vorteile der Verbrauchsstiftung

Kennzeichnend für die Verbrauchsstiftung ist, dass sie nicht nur die Erträge, sondern das gesamte Grundstockvermögen für die Förderung ihrer Zwecke einsetzen kann. Dies bietet verschiedene Vorteile:
- Kleineres Grundkapital: Bei einer Förderung ausschließlich aus den Zinserträgen ist ein hohes Grundkapital erforderlich, um eine nennenswerte Fördersumme zu erwirtschaften.

- Kein Überleben des Stiftungszieles: Herkömmliche Stiftungen sind sozusagen auf die Ewigkeit ausgelegt. Eine langfristige, effektive Förderung bestimmter Ziele lässt sich aber nur schwer kalkulieren. Innerhalb von 100 Jahren nach der Errichtung der Stiftung kann das geförderte Stiftungsziel an Bedeutung verloren haben oder das Stiftungsvermögen, z.B. infolge von Finanzkrisen, Inflation oder aufgrund schlechter Vermögensverwaltung so dezimiert sein, dass keine effektive Förderung mehr möglich ist. Ein Weiterbestehen der Stiftung läge dann womöglich nicht im Interesse des Stifters, es ist aber nicht sichergestellt, dass es zu einer Auflösung kommt.

- Kontrolle der Verwaltung: Die beschränkte Lebensdauer der Verbrauchsstiftung bietet auch den Vorteil, dass der Stifter meist vollständig die spätere Verwaltung des Stiftungsvermögens bestimmen kann. Bei einer herkömmlichen Stiftung kann nur die Erstbesetzung der Organe festgelegt werden. Es ist oft nicht gewährleistet, dass auch die spätere Verwaltung in seinem Sinne erfolgt. Eine Verbrauchsstiftung, die z.B. 30 Jahre nach der Errichtung wider erlischt, kann dagegen oft für die gesamte Dauer ihres Bestandes durch den vom Stifter bestimmten Vorstand oder eine Institution betreut werden.

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Begünstigungen von Familienangehörigen durch die Gründung einer Stiftung

Familienangehörige des Stifters können von der Gründung einer Stiftung profitieren, auch wenn keine Familienstiftung errichtet wird.
Soll eine direkte Förderung erreicht werden, können Familienmitglieder als Destinäre der Stiftung eingesetzt werden. Auch bei gemeinnützigen Stiftungen ist dies möglich, sofern die Zuwendungen ein Drittel des Einkommens der Stiftung nicht überschreiten. Mittelbar ist eine finanzielle Förderung von Familienmitgliedern oft auch möglich, indem diese als Organe der Stiftung eingesetzt werden.
Häufig wird die Begünstigung aber auch nur indirekt herbeigeführt. Der Stifter kann auch bei gemeinnützigen Stiftungen den Zweck so wählen, dass Interessen der Familie damit mittelbar gefördert werden. Ein Beispiel hierfür ist die Förderung der Erforschung einer Krankheit, an der ein Kind des Stifters leidet.
Daneben kann die Familie des Stifters natürlich auch durch eine erhöhte Reputation von der Gründung einer Stiftung profitieren.

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Die Auswahl des Treuhänders einer unselbstständigen Stiftung

Die Wahl des richtigen Treuhänders ist für eine unselbstständige Stiftung von entscheidender Bedeutung. Sofern keine persönlichen Gründe für einen bestimmten Rechtsträger der Stiftung sprechen (z.B. wenn die Verbundenheit mit einer Institution erst den Anreiz für die Stiftung ausgelöst hat), sind Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des Treuhänders. Es sollten bereits Erfahrungen im Bereich der Stiftungsverwaltung vorhanden sein. Meistens ist es sinnvoll, einen Treuhänder zu wählen, der auch über Kompetenzen auf dem Gebiet verfügt, das mit dem Stiftungszweck gefördert werden soll. Zum einen kann durch das dadurch bereits vorhandene Sachwissen der Zweck der Stiftung besonders effektiv erreicht werden. Zum anderen sollte bedacht werden, dass auch ein Treuhänder mit der Übernahme der Verwaltung einer Stiftung eigene Interessen verfolgt. Diese können z.B. in der Erzielung von Einnahmen durch die Verwaltung des Vermögens liegen. Oft bieten sich allerdings Institutionen als Träger unselbstständiger Stiftungen an, um mithilfe der Unterstiftung letztlich ihren eigenen Aktionsradius zu erweitern. Diese Interessen sollte sich der Stifter bewusst machen, um gegebenenfalls auch Vorkehrungen zu treffen, dass der eigene Stiftungszweck erreicht wird.

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Welche Aufgaben übernimmt der Treuhänder?

Die vorrangige Aufgabe des Treuhänders besteht in der Verwaltung des übertragenen Vermögens. Dadurch soll er zur nachhaltigen Erfüllung des Stiftungszwecks beitragen. Der Treuhänder muss deswegen alle seine Entscheidungen und Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem übertragenen Stiftungsvermögen am Stiftungszweck ausrichten. Aus dieser Treuepflicht des Trägers einer unselbstständigen Stiftung folgen Vorgaben für den Umgang mit dem anvertrauten Vermögen. Dieses muss z.B. grundsätzlich getrennt verwaltet werden, wenn nicht ausdrücklich eine gemeinsame Verwaltung mit dem übrigen Vermögen des Treuhänders erlaubt worden ist. Bei der Verwaltung sind außerdem besondere Sorgfaltsregeln zu beachten.
Weitere, spezielle Aufgaben können dem Treuhänder durch die Treuhandsvereinbarung übertragen werden. Beispielsweise ist es sinnvoll, den Treuhänder zu einer regelmäßigen Rechnungslegung und Berichterstattung über seine Tätigkeit für die Stiftung zu verpflichten. Ausdrücklich vereinbart kann auch werden, ob der Treuhänder durch aktive Öffentlichkeitsarbeit für die Bekanntheit der Stiftung sorgen soll.

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Stiftung & Co.KG

Die Rechtsform der unternehmensverbundenen Stiftung kann gerade für den Mittelstand interessante Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge bieten. Durch die Unabhängigkeit von einer bestimmten Person kann das Lebenswerk des Stifters auch ohne qualifizierte Abkömmlinge erhalten werden; zudem bietet die enge Begrenzung der Möglichkeiten einer nachträglichen Zweckänderung Gewähr vor feindlichen Übernahmen, einem Verkauf oder einer Zerschlagung des Unternehmens.
Auf der anderen Seite stellen die schwerfällige Organisation und die starre Bindung an den Stifterwillen auch Hindernisse bei der direkten Führung eines Unternehmens durch eine Stiftung dar. Vorgeschlagen wird daher die Stiftung & Co. KG. Dabei ist eine Stiftung Komplementärin einer KG, Kommanditisten sind die Mitglieder der Familie des Stifters oder dritte Personen, die in der Regel zugleich Destinäre der Stiftung sein werden.
Die rechtliche Zulässigkeit ist bislang weder gesetzgeberisch noch durch Rechtsprechung eindeutig geklärt. Teilweise wird gegen diese Rechtsform eingewandt, dass sie gegen das Verbot der Selbstzweckstiftung verstoße oder rechtsmissbräuchlich sei, weil die Stiftung nach der Intention des Gesetzgebers ursprünglich nur nicht-wirtschaftlichen Gründen dienen sollte. Nach überwiegender Ansicht dagegen ist grundsätzlich gegen die Zulässigkeit einer Stiftung & Co. KG nichts einzuwenden, wenngleich sie bislang keine große Verbreitung gefunden hat.
Durch die Stiftung & Co.KG wird ein Unternehmen geschaffen, das in weitem Umfang quasi „eigentümerlos“ ist. Zugleich können aber Destinäre als Kommanditisten eingesetzt werden, die als Geschäftsführer agieren oder zumindest das Recht haben können, Geschäftsführer zu benennen. Weitere Vorteile ergeben sich z.B. in steuerlicher Hinsicht, weil die Stiftung & Co. KG nicht stets gewerblich prägt und in insolvenzrechtlicher Hinsicht. Sind die Kommanditisten nicht zugleich Stiftungsorgane, sondern nur Begünstigte, können die GmbH-rechtlichen Informationspflichten der Kommanditisten einer GmbH & Co.KG entfallen. Auf der anderen Seite muss aber auch bedacht werden, dass die Stiftung & Co. KG der staatlichen Stiftungsaufsicht unterliegt. Weitere Nachteile liegen in den hohen Kapitalanforderungen und dem großen Gestaltungsaufwand.

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Unternehmensverbundene Stiftung

Unternehmensverbundene Stiftungen gibt es in verschiedenen Erscheinungsformen. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass zu ihrem Vermögen ein Unternehmen oder die Beteiligung an einem Unternehmen gehört. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnung als Stiftungsunternehmen, Unternehmensstiftungen, Unternehmensträgerstiftungen, gewerbliche oder unternehmensbezogene Stiftungen. Zu den unternehmensverbundenen Stiftungen zählen z.B. die Stiftung & Co.KG oder die Doppelstiftung.
Nach der jeweiligen Organisation ist zu unterscheiden zwischen der Unternehmensträgerstiftung, die unter ihrer Rechtsform selbst ein Unternehmen als Einzelkaufmann betreibt und der Beteiligungsträgerstiftung, die Beteiligungen an einer Personen- oder Kapitalgesellschaft hält. Beliebter ist die Beteiligungsträgerstiftung. Im Rechtsverkehr tritt das Unternehmen dabei weiterhin unter der jeweiligen gesellschaftsrechtlichen Rechtsform (z.B. AG) auf. Daraus folgt letztlich ihre größere Flexibilität gegenüber einem Auftreten der Stiftung selbst im Rechtsverkehr. So kann bei Bedarf die gesellschaftsrechtliche Rechtsform leichter geändert werden, dazu ist die Aufnahme neuer Mitglieder oder die Fremdfinanzierung einfacher möglich.
Das Unternehmen kann der Stiftung zu unterschiedlichen Zwecken dienen. Möglich ist einerseits, dass es eine reine Einnahmensquelle darstellen soll. Der eigentliche Zweck der Stiftung liegt dann außerhalb des Unternehmens und ist ideeller Art, durch die Betreibung des Wirtschaftsunternehmens verschafft sie sich lediglich die hierzu erforderlichen Mittel. Kennzeichen hierfür sind, wenn Stiftung und Unternehmen in institutioneller und personeller Hinsicht getrennt sind und das Unternehmen austauschbar ist, also z.B. jederzeit veräußert werden könnte. Es ist aber auch möglich, dass der Zweck der Stiftung selbst in einem unternehmerischen Führungsauftrag liegt. Die Zulässigkeit war lange Zeit umstritten. Nunmehr wird überwiegend angenommen, dass die Grenze einer unzulässigen Selbstzweckstiftung erst erreicht ist, wenn der ausschließliche Zweck der Stiftung in der Führung eines Unternehmens liegt. Dies spielt aber selten eine Rolle, da in der Regel auch gemeinwohlbezogene Interessen, wie die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region, vorliegen.

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Was ist die Erbersatzsteuer?

Die Erbersatzsteuer stellt eine Art der fiktiven Erbschaftssteuer dar. Obgleich die Errichtung einer Familienstiftung von Todes wegen erbschaftssteuerpflichtig ist, wird das Vermögen durch die Einbringung in die Stiftung dem Familienvermögen entzogen, sodass es bei weiteren Erbfällen nicht mehr der Erbschaftssteuer unterliegt. Die Erbersatzsteuer fingiert eine Vermögensübertragung durch Erbfolge im regelmäßigen Turnus von 30 Jahren.
Nach § 1 Abs.1 Nr. 4 ErbStG sind der Erbersatzsteuer inländische Stiftungen unterworfen, die wesentlich im Interesse einer Familie oder bestimmter Familien errichtet sind. Ausländische Familienstiftungen unterliegen der Erbersatzsteuer also auch dann nicht, wenn sie inländisches Vermögen haben. Dagegen ist das gesamte zum Stichtag vorhandene Vermögen der inländischen Familienstiftung, einschließlich ausländischen oder nicht familienbezogener Vermögensanteile, bei der Bewertung heranzuziehen.
Die Höhe der Erbersatzsteuer richtet sich nach den Tarifsätzen der Steuerklasse 1 des ErbSTG. Dabei werden fiktiv 2 Kinder angenommen, sodass 2 Kinderfreibeträge abzugsfähig sind. Es ist nach § 24 ErbStG möglich, die Erbersatzsteuer bei einer Verzinsung von 5,5 % in 30 gleichen Jahresbeträgen zu zahlen.

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Die unselbständige Stiftung – sog. Treuhandstiftung

Unter einer unselbstständigen Stiftung versteht man die Übertragung bestimmter Vermögenswerte an eine bestehende natürliche oder juristische Person mit der Bestimmung, dass diese Werte (einschließlich der Nutzungen) als ein von dem übrigen Vermögen des Empfängers wirtschaftlich getrenntes Sondervermögen zu verwalten und für einen bestimmten Zweck zu verwenden sind.

Will der Stifter dagegen das Kapital nicht einer bestehenden natürlichen oder juristischen Person zuwenden, etwa weil er fürchtet, diese werde es nicht in seinem Sinne verwenden, oder weil ihm für den von ihm beabsichtigten Zweck keine vorhandene Organisation als geeignet erscheint, so kann er eine neue Organisation schaffen, die sich allein dem von ihm bestimmten Zweck zu widmen hat und als eine “juristische Person” selbst Vermögensträger ist. Wird im Stiftungsgeschäft der Rechtsträger besonders bezeichnet, so spricht dies dafür, dass der Stifter eine unselbstständige Stiftung errichten wollte. Fehlen Angaben zum Rechtsträger, so ist das als Indiz für die Errichtung einer selbstständigen Stiftung zu werten.

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Die Familienwohnheimstiftung

Ein Familienwohnheim kann zur Absicherung zusammen mit weiterem Kapitalvermögen auf eine Stiftung übertragen werden. Der Vorgang ist allerdings schenkungsteuerpflichtig.

Die Grunderwerbsteuer fällt nicht an (§ 3 Nr. 2 GrEStG) und umsatzsteuerliche Fragen stellen sich bei privater Nutzung nicht. Jedoch muss die Stiftung zum Unterhalt der Immobilie in der Lage sein. Daher ist von einer ausschließlichen Übertragung des Familienwohnheims abzuraten. In der Rechtsprechung ist noch nicht abschließend geklärt, ob Gläubiger der Stiftung die Errichtung mit der Schenkungsanfechtung angreifen können. Daher sollte man um den Vollstreckungsschutz zu erhöhen an ein Kombinationsmodell denken. Unter Eheleuten wird daher häufig durch Ehevertrag das Familienwohnheim auf den weniger haftungsgefährdeten Ehegatten übertragen. Dieser bringt die Immobilie dann in eine Familienwohnheimstiftung ein.

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Vorteile einer Doppelstiftung

Ein Vorteil einer Doppelstiftung liegt darin, dass die Sicherung der unternehmerischen Verantwortung in den Händen der Stifterfamilie liegt. Ferner können Familienmitglieder aus den Erträgen einer Familienstiftung versorgt werden und die Fortgeltung des Stifterwillens kann dauerhaft gesichert werden.

Die Familienstiftung bedarf zu ihrer wirksamen Errichtung zwar der Anerkennung durch die zuständige Stiftungsaufsichtsbehörde, jedoch  unterliegt sie nicht der Stiftungsaufsicht, da sie eine Stiftung ist, die nicht öffentliche Zwecke verfolgt. Auch gibt es zahlreiche steuerrechtliche Vorteile: Die Erbschaft- und Schenkungsteuer kann bei Errichtung einer Doppelstiftung reduziert werden. Ferner kann die alle dreißig Jahre anfallende Erbersatzsteuer minimiert werden.

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Treuhänderische Stiftung als Mitunternehmerin: Zurechnung einer Kommanditbeteiligung und Veräußerung des Mitunternehmeranteils

Ist aufgrund testamentarischer Stiftungsauflage dem wirtschaftlich selbständigen Zweckvermögen der - mit Eintritt des Nacherbfalls errichteten - treuhänderischen Stiftung eine Kommanditbeteiligung zuzurechnen, ist die Stiftung auch dann als Mitunternehmerin anzusehen, wenn sie bis zur Veräußerung der Beteiligung keine Kenntnis von der Nacherbschaft hatte und die Gesellschaftsrechte nur durch den Testamentsvollstrecker bzw. den Treuhänder ausgeübt werden konnten.

Ist eine treuhänderische Stiftung von Beginn ihrer steuerlichen Existenz an im Umfang einer Kommanditbeteiligung als einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb körperschafteuerpflichtig, erzielt die Stiftung durch die Veräußerung des Kommanditanteils einen gewerblichen Veräußerungsgewinn nach § 16 Abs. 1 Nr. 2 EStG. Die Regelung des § 13 KStG findet auf die Veräußerung eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs keine Anwendung.

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Steuerberechnung bei Auflösung einer Familienstiftung

Auch bei mehreren Stiftern liegt schenkungsteuerlich nur eine einheitliche Zuwendung der Stiftung - und nicht etwa eine Mehrheit von Zuwendungen entsprechend der Anzahl der Stifter – vor.

§ 15 Abs. 2 Satz 2 ErbStG fingiert kein anderes Zuwender-Empfänger-Verhältnis und enthält keine Neubestimmung der am steuerpflichtigen Vermögensübergang beteiligten Personen.
Bei mehreren Stiftern können dabei entsprechend den persönlichen Verhältnissen der Anfallberechtigten auch unterschiedliche Steuerklassen anzuwenden sein. Ist für das Verhältnis der Anfallberechtigten zu den Stiftern jeweils dieselbe Steuerklasse anzuwenden, ist im Rahmen der Steuerberechnung weder der Erwerb noch der persönliche Freibetrag aufzuteilen.

Im Fall des § 7 Abs. 1 Nr. 9 ErbStG fehlt es an einer Rechtsgrundlage für den mehrfachen Ansatz des persönlichen Freibetrags. Einer ausdrücklichen gesetzlichen Anordnung über den Ansatz nur eines Freibetrags bedurfte es nicht.

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Wesen einer Stiftung als Familienstiftung - “Interesse” im Sinne von § 1 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG

Aus dem Umstand, dass die Verwendung von bis zu einem Drittel des Jahresüberschusses für den angemessenen Unterhalt des Stifters und seiner Familie den Status der Gemeinnützigkeit unberührt lässt, kann nichts für die Frage gefolgert werden, wann eine privatnützige Stiftung eine Familienstiftung darstellt.

Eine nur theoretische Bezugsberechtigung Familienangehöriger in Gestalt einer an bestimmte Einkommensgrenzen geknüpften Notfallversorgung, deren Unterschreiten aufgrund erheblichen Eigenvermögens und sonstiger Bezüge der Destinatäre faktisch ausgeschlossen war, kann nicht das Wesen einer Stiftung als Familienstiftung prägen.

Vermögensvorteile im Sinne von Interessen nach § 1 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG sind ausschließlich unmittelbare Vorteile, die eine Familie aus der Nutzung von Stiftungsvermögen für private Zwecke, aus einer Beteiligung an den Stiftungserträgen oder dem Vermögensanfall bei Auflösung der Stiftung ziehen kann. Eine fortdauernde Bereicherung der Familie ist dagegen nicht allein deshalb gegeben, weil sie mittelbar von der Verwendung des Stiftungsvermögens profitiert, indem die Stiftung etwas tut (im Streitfall die finanzielle Sicherung des Familienunternehmens), was auch der Familie nutzt.

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Wann ist eine Stiftung als Familienstiftung zu beurteilen?

Ob eine Stiftung als Familienstiftung anzusehen ist, ist anhand des vom Stifter verfolgten Zwecks der Stiftung zu beurteilen, wie er ihn objektiv erkennbar in der Satzung zum Ausdruck gebracht hat.

Wesentlich” im Interesse einer Familie errichtet ist eine Stiftung dann, wenn das Wesen der Stiftung nach der Satzung und ggf. dem Stiftungsgeschäft darin besteht, es der Familie zu ermöglichen, das Stiftungsvermögen, soweit es einer Nutzung zu privaten Zwecken zugänglich ist, zu nutzen und die Stiftungserträge aus dem gebundenen Vermögen an sich zu ziehen. Entgegen R 2 Abs. 2 Satz 4 der Erbschaftsteuer-Richtlinien 2003 kommt es für die Gewichtung der Spenden im Vergleich zu den Vorteilen für die Familienmitglieder nicht auf ein wie auch immer beschaffenes Verhältnis der tatsächlich ausgeschütteten Erträge an Familienmitglieder und familienfremde Empfänger an, sondern auf die Bezugsberechtigung.

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Bezugsberechtigte bei Familienstiftung: Rückforderung von Lastenausgleich wegen Verlust an einem Grundstück

Urteil vom BVerwG vom 28.01.2010

Leitsatz
Wird einer Familienstiftung ein Vermögenswert zurückübertragen, für dessen Wegnahme den Bezugsberechtigten der Stiftung Lastenausgleich gewährt worden war, ist der Schadensausgleich den im Zeitpunkt der Rückgabe noch lebenden Lastenausgleichsempfängern, deren Erben oder Erbeserben zuzurechnen, soweit sie zugleich Bezugsberechtigte der Stiftung sind.

Zum Sachverhalt:

Die Kläger wendeten sich gegen einen einheitlichen Bescheid des Bundesausgleichsamtes über die Höhe des Schadensausgleichs an der Beteiligung an einer Familienstiftung. Die Kläger zu 2 bis 5 und der Ehemann der Klägerin zu 1 waren Erben oder Erbeserben von Personen, die Bezugsberechtigte der Georg Moritz von Oppenfeld’schen Familienstiftung waren. Die Klägerin zu 1 hatte den Prozess ihres während des Klageverfahrens verstorbenen Ehemanns aufgenommen. Die Stiftung wurde 1859/60 in Berlin gegründet und diente der Versorgung der drei Töchter des Stifters und ihrer ehelichen Abkömmlinge. Einziger Vermögensgegenstand und Grundlage der Ausschüttungen an die Bezugsberechtigten war seit Ende 1939 ein Grundstück in Berlin. Das Grundstück fiel später in den Sowjetsektor von Berlin, wurde ab 1952 zwangsverwaltet und mit Wirkung vom 1. April 1988 entschädigungslos in Eigentum des Volkes überführt.

Bereits 1971 hatten die damaligen Bezugsberechtigten der Familienstiftung wegen des Verlusts des Grundstücks die Gewährung von Lastenausgleich beantragt. Das Ausgleichsamt Baden-Baden stellte mit Bescheid vom 19. September 1973 entsprechend der Achtzehnten Verordnung zur Durchführung des Feststellungsgesetzes (18. FeststellungsDV) die Beteiligten am Vermögen der Familienstiftung und ihre Anteile fest.

Die Höhe des Schadens am Grundstück setzte das Ausgleichsamt mit Bescheid vom 18. Februar 1974 fest, die Höhe des Schadens durch Verlust der Bezugsrechte mit weiterem Bescheid vom selben Tag. Die örtlich zuständigen Lastenausgleichsämter gewährten auf dieser Grundlage den festgestellten Bezugsberechtigten Entschädigungen nach Maßgabe ihrer Beteiligungen an der Familienstiftung.

Das Grundstück wurde der Familienstiftung mit Bescheid des Widerspruchsausschusses beim Landesamt zur Regelung offener Vermögensfragen in Berlin vom 3. April 2003 gemäß dem Vermögensgesetz zurückübertragen. Daraufhin ermittelte das Bundesausgleichsamt die im Lastenausgleichsverfahren festgestellten unmittelbar Geschädigten sowie deren Erben und erließ nach Anhörung den angegriffenen einheitlichen Bescheid. Darin heißt es:

“Die nach dem BFG zum 08.05.1945 festgestellten Wegnahmeschäden am Vermögen der Georg Moritz von Oppenfeld’schen Familienstiftung in Berlin sind in voller Höhe ausgeglichen, soweit der (die) Erbe(n) des jeweiligen unmittelbar Geschädigten (Beteiligter und Bezugsberechtigter im vorgenannten Schadenszeitpunkt) am 03.04.2003, dem Zeitpunkt des Schadensausgleichs, faktisch Destinatär(e) der Stiftung geworden ist (sind).”

Als Verfahrensbeteiligte sind die Personen aufgeführt, die als Erben der Empfänger von Lastenausgleichsleistungen ermittelt werden konnten, darunter der Ehemann der Klägerin zu 1 und die Kläger zu 2 bis 5. Hinsichtlich der nicht ermittelten Beteiligten ist der Bescheid im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.

Bei Familienstiftungen tritt der Schadensausgleich bei den im Zeitpunkt der Rückübertragung noch lebenden unmittelbar Geschädigten (den Empfängern von Ausgleichsleistungen) oder ihren Erben und Erbeserben ein, wenn sie zum Zeitpunkt der Rückgabe des Vermögenswertes zugleich Bezugsberechtigte (Destinatäre) der Stiftung sind. Sie gelangen durch die Rückgabe des Vermögenswertes an die Stiftung in den Genuss von Vorteilen, die es rechtfertigen, ihnen den Schadensausgleich zuzurechnen, auch wenn er unmittelbar der Familienstiftung zugutekommt. Das ergibt sich aus § 349 Abs. 3 Satz 3 LAG, der für juristische Personen und Personengesellschaften des Handelsrechts bestimmt, dass der Schadensausgleich dem einzelnen Beteiligten der Gesellschaft entsprechend seinem Beteiligungsverhältnis zuzurechnen ist. Nach Maßgabe der 18. FeststellungsDV gilt dies entsprechend bei Familienstiftungen.

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Was ist der Unterschied zwischen der Stiftung & Co. KG und einer GmbH & Co. KG?

Anders als bei einer GmbH & Co. KG ist die Stiftung & Co. KG eine Kommanditgesellschaft, bei der nicht eine GmbH, sondern eine Stiftung als Komplementärin (= persönlich haftende Gesellschafterin) eingesetzt wird.

Der Unterschied zur GmbH & Co. KG ist, dass die Stiftung & Co. KG z.B. nicht der Mitbestimmung nach dem Mitbestimmungsgesetzt unterliegt. Auch unterlag die Stiftung & Co. KG nicht den strengen Publizitätspflichten (siehe Frage 100: Fragen und Antworten zum Thema Stiftung) des Handelsgesetzbuches, was durch geänderte Gesetze jetzt jedoch der Fall ist. Aus diesem Grund ist die Attraktivität dieses Stiftungsmodells in der Praxis erheblich gesunken. Einer der bekanntesten Vertreter dieses Stiftungsmodells ist u.a. die Lidl-Stiftung & Co. KG.

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Vorteile einer Treuhandstiftung

Eine Treuhandstiftung bietet viele Vorteile gegenüber einer selbständigen Stiftung.

  1. So fallen bei der Errichtung einer Treuhandstiftung keine Gründungskosten an.
  2. Ferner kann die Gründung einer Treuhandstiftung regelmäßig in c.a. vier Wochen durchgeführt werden, wohingegen die Errichtung einer selbständigen Stiftung oft mehrere Monate in Anspruch nimmt.
  3. Die Treuhandstiftung bedarf keines staatlichen Anerkennungsaktes, anders die selbständige Stiftung. Aus diesem Grund untersteht eine Treuhandstiftung auch nicht der staatlichen Aufsicht.
  4. Bei der Treuhandstiftung können sowohl die Stiftungsarbeit als auch die Stiftungsverwaltung nahezu vollständig auf den Treuhänder übertragen werden.
  5. Eine Treuhandstiftung genießt die gleichen steuerlichen Vorteile wie eine selbständige Stiftung.

Zusammenfassung der Vorteile einer Treuhandstiftung:

  • Keine Gründungskosten
  • Schnelle Errichtung
  • Keine staatliche Anerkennungsakt
  • Übertragung der Stiftungsarbeit und der Stiftungsverwaltung auf den Treuhänder möglich
  • Gleichen steuerlichen Vorteile wie bei einer selbständigen Stiftung

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Die Treuhandstiftung: rechtliche Konstruktion

I.    Rechtlich unselbständig

Da die Treuhandstiftung anders als die selbständige Stiftung nicht rechtsfähig ist, bedarf sie eines sog. Treuhänders, der für sie nach außen auftritt und handelt.

II.    Übernehmender Rechtsträger

Das Stiftungsvermögen wird auf den Treuhänder übertragen. Bei der selbständigen Stiftung gehen die Vermögenswerte dagegen auf eine rechtlich verselbständigte Vermögensmasse über. Als Treuhänder kommen sowohl juristische als auch natürliche Personen in Betracht. Allerdings ergeben sich dann Probleme, wenn nicht geregelt wurde, auf wen das treuhänderisch gehaltene Vermögen im Falle des Todes der natürlichen Person übergehen soll.

Die Übertragung auf den Treuhänder kann erfolgen:

1. durch Rechtsgeschäft unter Lebenden oder aber
2. durch eine Verfügung von Todes wegen.

Beim Treuhänder wird das Vermögen als abgetrenntes Sondervermögen behandelt, wobei das Vermögen dauerhaft entsprechend dem vom Stifter festgelegten Zweck zu nutzen ist.

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Ist die Gründung einer Treuhandstiftung aufwändig?

Die Gründung einer Treuhandstiftung (also: unselbstständigen Stiftung) ist unkompliziert und nicht mit großem Aufwand verbunden. Bei der Gründung einer Treuhandstiftung fallen keine Gründungskosten an. Für die Errichtung der Treuhandstiftung braucht man eine Errichtungsurkunde, eine Satzung und einen Treuhandvertrag. Nachdem man die Stiftungserrichtungsurkunde, die Stiftungssatzung und den Treuhandvertrag unterschrieben hat (3-fach) zeichnet der Treuhänder die Stiftungssatzung und den Treuhandvertrag gegen. Danach wird ein Stiftungskonto bei einer Bank eröffnet auf das das Stiftungsvermögen der Treuhandstiftung eingezahlt wird.

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Was ist bei der Gründung einer Familienstiftung besonders zu beachten?

Eine Familienstiftung entsteht wie jede Stiftung durch Stiftungsgeschäft und durch die staatliche Anerkennung. Ihr Zweck ist ganz oder teilweise auf die Förderung oder Verfolgung des Interesses oder des Wohls einer oder mehrerer bestimmter Familien bzw. Familienmitglieder gerichtet. Da Familienstiftungen nicht gemeinwohlorientiert sind, genießen sie nicht die Vorteile steuerbegünstigter Stiftungen. Des Weiteren unterliegt die Familienstiftung im Gegensatz zu anderen Stiftungen der Erbersatzsteuer. Dabei wird das Gesamtvermögen der Stiftung im Zeitabstand von 30 Jahren besteuert, indem ein Übergang des Vermögens auf zwei Kinder fingiert wird.

Bei einer Familienstiftung muss der Stifter bei Formulierung der Stiftungssatzung v.a. folgende Punkte beachten:

  • Wie viel und welches Vermögen soll die Stiftung haben?
  • Soll die Stiftung zu Lebzeiten oder testamentarisch errichtet werden? Dies ist v.a.   wichtig, da die Stiftungserrichtung der Anerkennung der staatlichen Stiftungsbehörde bedarf und die Zeit bis dahin lang seien kann. Die Erbschaftssteuer bemisst sich nach dem zum Zeitpunkt der Genehmigung der Stiftung vorhandenem Vermögen, so dass zwischen Tod und Stiftungserrichtung stattfindende Vermögensmehrung auch der Erbschaftssteuer unterliegt.
  • Festlegung der Destinatäre, also: Wer soll begünstigt werden? Bei einer Familienstiftung hat dies im Einzelfall Bedeutung für die erbschaftssteuerliche Behandlung der Stiftung.
  • In welcher Höhe und in welchen Zeitabständen sollen Zahlungen durch die Stiftung an die Destinatäre erfolgen?
  • Welchen Einfluss und in welchem Umfang sollen Dritte oder Familienmitglieder auf das Handeln der Stiftungsorgane ausüben können?
  • Die Übertragung von Vermögen auf eine Familienstiftung innerhalb von 10 Jahren vor dem Tod des Stifters wird bei der Berechnung von Pflichtteilsansprüchen herangezogen, so dass das Vermögen der Stiftung reduziert werden kann. Es ist daher ratsam bereits bei Stiftungsgründung Erbverzichtserklärungen gegen Zahlungen zu vereinbaren, um das Vermögen der Familienstiftung dauerhaft zu sichern.

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Ein Überblick: Was für Stiftungsmodelle stehen einem Familienunternehmer zur Verfügung?

Grundsätzlich unterscheidet man bei Stiftungen des bürgerlichen Rechts die selbständige Stiftung und die unselbständige Stiftung. Von  letzterer wird gesprochen, wenn der Stifter Vermögenswerte an eine natürliche oder juristische Person mit der Maßgabe überträgt, diese zur Verwirklichung eines von ihm festgelegten Zwecks zu nutzen. Der Vorteil einer unselbständigen Stiftung ist, dass diese nicht der staatlichen Kontrolle unterliegt und daher im Vergleich zur selbständigen Stiftung die schnellere und kostengünstigere Möglichkeit der Errichtung einer Stiftung darstellt.

Einem Familienunternehmer bieten sich folgende gängigen Stiftungsmodelle an:

1.    Unternehmensverbundene Stiftungen
2.    Familienstiftungen
3.    Steuerbegünstigte Stiftungen
4.    Stiftungs-GmbH
5.    Doppelstiftungen
6.    Stiftung & Co. KG
7.    Trusts/ausländische Familienstiftungen

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