Artikel unter 'Testament'

Stiftung – Testamentsauflage – Stiftungsgründung

Ist der Zweck einer Stiftung hinreichend bestimmt, so ist die Errichtung einer unselbstständigen Stiftung aufgrund letztwilliger Verfügung auch in der Weise möglich, dass der Erblasser einem Dritten (hier: Testamentsvollstrecker) die Auswahl des Stiftungsträgers und der inhaltlichen Fassung der Stiftungssatzung überlässt (OLG München, Beschluss vom 28.05.2014, Az. 31 Wx 144/13, NJW 2014, 2248).

Rechtsanwalt Prof. Dr. Volker Thieler, München-Gräfelfing

Haben Sie Fragen? E-Mail an die Stiftung

Vorsicht: Banken dürfen nicht über die Errichtung von Stiftungssatzungen oder Testamenten beraten!

Aus der Befugnis der Bank, Testamentsvollstreckungen durchzuführen, folgt nicht, dass sie auch berechtigt ist, Testamentsentwürfe zu erstellen oder zu überarbeiten oder Satzungen für Stiftungen zu entwerfen, die Kunden im Zusammenhang mit einer letztwilligen Verfügung errichten wollen (vgl. LG Freiburg, Az.: 10 O 37/05). Lediglich allgemeine Ratschläge im Zusammenhang mit der Testamentserrichtung oder der Errichtung der Stiftungssatzung, wie etwa der Rat, das Testament mit einem Anwalt zu besprechen, es selbst zu schreiben und zu unterschreiben, falls es eigenhändig errichtet werden soll u.ä. sind zulässig.

Haben Sie Fragen? E-Mail an die Stiftung

Vermutung der Richtigkeit von Zeit- und Ortsangaben im Testament

Ein Erblasser hinterließ drei verschiedene Testamente, in denen je verschiedene Personen als Alleinerben eingesetzt wurden. Im jüngsten Testament hatte der Erblasser seine wesentlich jüngere Ehefrau zur Alleinerbin eingesetzt. In diesem Testament wurde mit einem anderen Kugelschreiber als dem, mit dem der Erblasser das Testament geschrieben hatte, nachträglich Zeit und Ort eingefügt. Die Echtheit des Testaments wurde von einem zuvor in einem Testament bedachten Erben bestritten.
Das OLG München stellte in diesem Beschluss fest, dass es eine Vermutung für die Richtigkeit von Zeit- und Ortsangaben in einem Testament gibt. Diese Vermutung wird auch nicht dadurch widerlegt, dass die Orts- und Zeitangaben ersichtlich nach dem verfassten Testamentstextes vom Erblasser eingefügt wurden. Für den Zeitpunkt der Testamentserrichtung ist nämlich nicht erheblich, ob das Errichtungsdatum vor oder nach dem Testamentstext angebracht ist.
Für die Praxis bedeutet dies, dass möglichst zeitnah zur Testamentserrichtung Schriftproben des Erblassers gesichert werden sollten. Dies erleichtert eine spätere Beweisführung bei Schriftsachverständigengutachten.

Haben Sie Fragen? E-Mail an die Stiftung


Themen

Links

Feeds