Können Dritte Ansprüche gegen den Stiftungsvorstand geltend machen?

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Es müssen grundsätzlich zwei verschiedene Arten der Haftung unterschieden werden: die Innenhaftung betrifft die Haftung des Stiftungsvorstandes gegenüber der Stiftung. Ansprüche Dritter, die gegen den Vorstand geltend gemacht werden, werfen die Frage nach seiner Außenhaftung auf. Daneben trifft den Stiftungsvorstand eventuell eine Spendenhaftung gegenüber dem Fiskus.
Eine Außenhaftung kommt in Betracht, wenn der Vorstand Rechtsgüter dritter Personen wie Eigentum oder die körperliche Unversehrtheit schuldhaft, d.h. vorsätzlich oder fahrlässig verletzt hat. Die Außenhaftung des Vorstandes kann auch nicht durch Satzung beschränkt werden. Aufgrund des neuen § 31 a BGB kann ein Stiftungsvorstand, der unentgeltlich oder gegen geringe Vergütung tätig wird, aber bei einer Inanspruchnahme durch Dritte in diesem Fall Ersatz von der Stiftung verlangen. Voraussetzung dafür ist, dass er weder vorsätzlich noch grob fahrlässig gehandelt hat. Dieser Anspruch ist aber unter Umständen nicht viel wert. Da das Handeln des Vorstandes der Stiftung zugerechnet wird, haftet in diesen Fällen stets auch die Stiftung gegenüber dem Dritten. Dieser wird sich in der Regel gerade dann persönlich an den Vorstand wenden, wenn es um die Stiftung finanziell schlecht bestellt ist. Deswegen läuft der Stiftungsvorstand in diesen Fällen Gefahr, seinen Ausgleichsanspruch nicht durchsetzen zu können. Es empfiehlt sich deshalb unter Umständen der Abschluss einer Haftpflichtversicherung.
Sofern mehrere Stiftungsvorstände vorhanden sind, haften diese als Gesamtschuldner. Der Geschädigte kann deswegen seinen Anspruch gegen jedes beliebige der haftenden Vorstandsmitglieder in voller Höhe geltend machen, aber insgesamt – natürlich – nur einmal. Der Ausgleich zwischen den Vorstandsmitgliedern ist zwischen diesen selbst zu bewerkstelligen. Auch hier besteht unter Umständen die Gefahr, dass das Vorstandmitglied, das von dem Dritten in Anspruch genommen wurde, von einem weniger solventen „Kollegen“ keinen Ersatz erhalten kann und deswegen im Ergebnis für den gesamten Schaden selbst aufkommen muss.

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