Einsetzung von Familienangehörigen als Stiftungsorgane

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Der Stifter kann unabhängig von der Art der Stiftung verfügen, dass die Organe der Stiftung mit Familienangehörigen besetzt werden sollen.  Durch die Verschaffung einer bezahlten Organstellung kann indirekt auch eine Absicherung bestimmter Familienangehöriger erreicht werden. Ein Beispiel kann hier die Einsetzung des nicht berufstätigen, aber sozial engagierten Ehepartners als berufsmäßiges Vorstandsmitglied einer gemeinnützigen Stiftung sein.

Kompetenz als Auswahlkriterium
Prinzipiell ist es möglich, sämtliche Organe ausschließlich mit Familienangehörigen zu besetzen. Allerdings erfordert eine effektive Erreichung des Stiftungszweckes, dass die Organmitglieder über hinreichende Kompetenz für ihre Tätigkeit verfügen. Ist das erforderliche Fachwissen in der Familie nicht vorhanden, sollte deswegen vor allem bei umfangreicher Stiftungstätigkeit und großer Kapitalausstattung die Auswahl familienfremder, fachlich qualifizierter Organmitglieder vorgezogen werden. Dem kann z.B. aber auch durch Einsetzung eines mehrköpfigen Vorstandes, der teils mit Familienangehörigen und teils mit externen Fachleuten besetzt ist, Rechnung getragen werden.

Einschränkungen der Gehaltshöhe
Grenzen ergeben sich vor allem im Hinblick auf das zu zahlende Gehalt. Die gesamten Verwaltungskosten einer Stiftung, unter die auch Personalkosten fallen, dürfen in keinem unangemessenen Verhältnis zur Höhe der Erträge stehen. Bei gemeinnützigen Stiftungen droht andernfalls im schlimmsten Fall eine Aberkennung der Gemeinnützigkeit. Zudem verbietet § 55 Abs.1 Nr.3 AO die Begünstigung einzelner Personen durch unangemessen hohe Gehälter. Das angemessene Gehalt richtet sich dabei nach der Tätigkeit und Verantwortung des konkreten Organmitglieds, der Größe der Stiftung und des Verwaltungsaufwandes. Einen Anhaltspunkt können die in der freien Wirtschaft für vergleichbare Leistungen gezahlten Gehälter bieten. Insgesamt ist die Familienstiftung weniger strengen Einschränkungen als eine gemeinnützige Stiftung unterworfen. Dies erklärt sich zum einen durch die steuerliche Bevorzugung der gemeinnützigen Stiftung, die strengere Voraussetzungen rechtfertigt. Zum anderen drohen bei einer Familienstiftung weniger Kollisionen mit der Erreichung des Stiftungszweckes, da dieser im Regelfall  in einer Begünstigung der Familienmitglieder besteht.

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