Welche Angehörigen dürfen durch eine gemeinnützige Stiftung begünstigt werden?

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Ein Drittel der Erträge einer gemeinnützigen Stiftung dürfen für den Stifter oder seine nächsten Angehörigen aufgewandt werden. Die Beschränkung auf die „nächsten Angehörigen“ zeigt, dass nur besondere Personen begünstigt werden sollen. Nach Ansicht der Finanzbehörden sind diese „nächsten Angehörigen“ nur der Ehepartner, Eltern, Kinder, Großeltern, Geschwister sowie Pflegeeltern und Pflegekinder. Erfasst sind auch durch Adoption begründete Verwandtschaftsverhältnisse in diesem Umfang.

Diese Einschränkung wird von verschiedener Seite kritisiert, weil sie der modernen Lebenswirklichkeit, die verschiedene Formen des Zusammenlebens außerhalb der traditionellen Familie (z.B. in Patchwork-Familien, Lebensgefährten) kennt, nicht entspricht. Sie berücksichtigt auch nicht die gestiegene Lebenserwartung und steht nicht im Einklang mit der Intention des Gesetzes.  Vor allem für Urenkel und andere Verwandte in gerader Linie sowie für Personen, die dem Stifter in ähnlicher Weise wie Familienangehörige besonders nahe stehen, wird daher ein weiteres Verständnis der Norm befürwortet.

Bei Errichtung einer Stiftung sollte die Versorgung anderer Personen als der genannten Angehörigen allerdings sicherheitshalber auf anderem Wege gesichert werden.

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