Umschichtungsgewinne

Artikel gespeichert unter: Vermögen


Nicht völlig geklärt ist, ob Gewinne aus der Veräußerung von Vermögensgegenständen, die sich durch eine Vermögensumschichtung ergeben können, zum Grundstockvermögen der Stiftung zu rechnen sind. Wenn dies so ist, unterliegen sie dem Kapitalerhaltungsgrundsatz, andernfalls wären sie zu den sonstigen Mitteln zu zählen, die zur Erreichung des Stiftungszwecks eingesetzt werden müssen.
Buchgewinne aus Vermögensumschichtungen resultieren letztlich aus einer veränderten Anlage des ursprünglichen Stiftungskapitals. Da Stiftungen an den Kapitalerhaltungsgrundsatz gebunden sind, ist im Grundsatz wohl davon auszugehen, dass alles, was einmal Kapital war, Kapital bleiben soll. Umschichtungsgewinne sind deswegen für gewöhnlich dem Grundstockkapital zuzurechnen. Dies widerspricht zwar der handelsrechtlichen Betrachtensweise, wonach bei einem Unternehmen in diesem Fall sog. außerordentliche Erträge vorlägen, die Bestandsteil des Jahresüberschusses einer Gesellschaft sind. Allerdings besteht der Unterschied zwischen Stiftungen und Unternehmen gerade darin, dass Unternehmen nicht dem Kapitalerhaltungsgebot unterliegen.
Etwas anderes kann sich im Ausnahmefall aber auch hier aus dem Stifterwillen ergeben. Die Erträge aus Umschichtungen sind dann im Interesse der Zweckerreichung der Stiftung zu verwenden, wenn sich aus einer Auslegung der Stiftungssatzung ergibt, dass der Stifter dies so gewollt hätte.

Haben Sie Fragen? E-Mail an die Stiftung

« Vermögensumschichtung     Was ist die Erbersatzsteuer? »

Themen

Links

Feeds