Die Anlage von Stiftungsvermögen

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Die Pflicht der Stiftung besteht darin, das Stiftungsvermögen sicher und rentabel anzulegen. Viele Stiftungen haben seit jeher eine sog. Asset Allokation betrieben, also die Verteilung des Vermögens in verschiedene Anlageproduktbereiche. Tatsächlich wird es immer schwieriger, diese Zielvorgabe zu erreichen. § 81 Abs.1 S.2 BGB verleiht den beiden Geboten der Vermögenserhaltung (1) und der ertragbringenden Anlage (2) gesetzgeberischen Ausdruck.

Das Gebot der Vermögenserhaltung verbietet nicht grundsätzlich ein absolutes Spekulationsverbot. Ebenso ist nicht geboten, allein eine Anlage in mündelsichere Papiere vorzunehmen, bei denen Verluste quasi ausgeschlossen sind. Die Vorgabe im Landesrecht lautet regelmäßig vielmehr “sicher und ertragbringend” o. ä.. Eine belastbare Rechtsprechung zu dieser Einschätzung gibt es allerdings nicht.

Das Gebot der ertragbringenden Anlage dient dazu, dass langfristig der Stiftungszweck erreichbar bleibt. Investiert aber die Stiftung in eine solche Anlage und wirft diese die Erträge nicht ab, besteht mangels Erreichbarkeit des Stiftungszwecks die Gefahr, dass die Gemeinnützigkeit aberkannt wird.

Für die Anlagepolitik prägend können auch Stiftungszweck und Stifterwille sein, § 81 Abs.1 S.3 Nr.4 BGB.

Ziel jedes Stiftungsvorstands, der auch insoweit haftbar sein kann, sollte also die Beachtung dieser drei Zielbereiche sein.

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