Diversifizierungsgebot

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Neben dem Verbot von Spekulationen sind Wertverluste vor allem durch das sog. Diversifizierungsgebot zu verhindern. Darunter ist die Aufteilung des Anlagevermögens in mehrere verschiedene Anlageobjekte zu verstehen. Diese Aufteilung erfolgt im Regelfall mehrstufig, zum Beispiel durch eine Bildung verschiedener Anlageklassen, die sich u.a. an Anlageformen, Währungen oder Laufzeiten orientieren kann. Das Diversifizierungsgebot zählt generell zu den im Rahmen der ordentlichen Vermögensverwaltung zu beachtenden Pflichten. Anders als im Kapitalanlagerecht ergeben sich allerdings im Stiftungsrecht Einschränkungen durch den Stifterwillen. Hat der Stifter ausdrücklich oder konkludent bestimmte Anlagevorgaben getroffen, sind diese zu beachten.
Dem Diversifizierungsgebot liegt die Erkenntnis zugrunde, dass bestimmte Wertfaktoren sich z.B. auf eine Branche positiv, auf eine andere negativ auswirken. Da die jeweilige Wertentwicklung der Wertpapiere verschiedener Emittenten unterschiedlichen Einflussfaktoren unterliegt, können sie sich unterschiedlich entwickeln. Wertschwankungen der verschiedenen Anlagen innerhalb eines Portfolios können sich dadurch gegenseitig ausgleichen und so die Gefahr eines Totalverlustes vermindert werden.
Das Spekulationsverbot und das Diversifizierungsgebot stehen somit in einem engen Zusammenhang. Ob eine Anlage spekulativ ist, lässt sich nur im Hinblick auf dessen Anteil und Funktion im Gesamtportfolio beurteilen. Sowohl die größtmögliche Diversifikation als auch die Vermeidung von Spekulationen setzen deswegen ein Anlagekonzept als Grundlage aller Anlageentscheidungen voraus.

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