Grundsätze der Stiftungsverwaltung, wenn Vorgaben in der Satzung fehlen

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Die Organe einer Stiftung sind bei ihren Entscheidungen an den Willen des Stifters gebunden. Normalerweise kommt dieser in der Stiftungssatzung zum Ausdruck. Wenn die Stiftungssatzung keine eindeutigen Vorgaben enthält – z.B. zu der Frage, wie Vermögen angelegt werden darf – muss ermittelt werden, was im Zeitpunkt der Stiftungserrichtung dem Willen des Stifters wahrscheinlich entsprochen hätte. Dabei kann z.B. auf Äußerungen im Stiftungsgeschäft oder im Testament (wenn die Stiftung von Todes wegen errichtet wurde) zurückgegriffen werden.
Wenn sich auch auf diese Weise der mutmaßliche Wille des Stifters nicht ermitteln lässt, muss der Stiftungsverwalter eine sachgerechte Entscheidung treffen. Er muss dabei natürlich alle gesetzlichen Bestimmungen und eventuell auch die einschlägige Rechtsprechung beachten. Besonders wichtig sind z.B. die steuerrechtlichen Bestimmungen für gemeinnützige Stiftungen, aus denen sich Grundsätze für die Vermögensverwaltung entwickeln lassen. Generell gilt, dass wichtige Entscheidungen mit der Stiftungsaufsichtsbehörde abgesprochen werden sollten, da diese über die Einhaltung des Stifterwillens wacht.

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