Haftung des Stiftungsvorstands für Wertverluste bei Kapitalanlagen

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Die Verwaltung des Vermögens zählt zu den wesentlichen Aufgaben eines Stiftungsvorstandes. Deswegen kann er unter bestimmten Umständen auch haftbar gemacht werden, wenn die Stiftung aufgrund von Fehlinvestitionen wirtschaftliche Verluste erleidet.
Voraussetzung ist aber auch hier, dass eine Pflichtverletzung des Vorstandes für den Schaden ursächlich ist. Nicht jede falsche Anlageentscheidung kann dem Vorstand zum Vorwurf gemacht werden. Sofern der Stifter nicht konkrete Vorgaben vorgegeben hat, muss für die Frage, wie das Stiftungsvermögen angelegt werden darf, auf die allgemeinen Grundsätze der Vermögensverwaltung (Diversifizierungsgebot, Spekulationsverbot: näheres unter „Verwaltung“) zurückgegriffen werden. Empfehlenswert ist die Ausarbeitung von Anlagerichtlinien, an denen sich Investitionen ausrichten. Insgesamt liegt die Auswahl der richtigen Geldanlage in relativ weitem Umfang im Ermessen des Stiftungsvorstands. Eine Haftung kommt dann in Betracht, wenn er dieses Ermessen nicht (z.B. bei unreflektierter konstanter Beibehaltung bestimmter Anlagestrategien) oder falsch ausgeübt hat. Der Vorstand muss dabei sowohl für vorsätzliches als auch fahrlässiges Handeln einstehen. Sofern sich ein vernünftiger Anleger zum Zeitpunkt der Anlageentscheidung ebenfalls für diese oder eine vergleichbare Kapitalanlage entschlossen hätte, liegt regelmäßig keine vorwerfbare Pflichtverletzung vor.

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