Sind Rücklagen zulässig?

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Die Bildung von Rücklagen widerspricht grundsätzlich der zeitnahen Verwendung der Stiftungsmittel, zu der die Stiftungsorgane verpflichtet sind. Um die Leistungsfähigkeit der Stiftung langfristig zu erhalten, sind sie allerdings in engen Grenzen zulässig.
Grundsätzlich darf ein Viertel des Überschusses der Einnahmen über die Unkosten aus der Vermögensverwaltung als sog. „Leistungserhaltungsrücklage“ zurückgelegt werden. Außerdem sind Rücklagen zulässig, soweit dies zur nachhaltigen Erfüllung der steuerbegünstigten satzungsgemäßen Zwecke erforderlich ist. Dies  setzt aber voraus, dass mit der Rücklage ein konkretes Vorhaben verfolgt wird. Es muss also feststehen, wann und zu welchem Zweck sie verwendet werden soll und der steuerbegünstigte Zweck der Stiftung muss dadurch unmittelbar gefördert werden. Für periodisch wiederkehrende Ausgaben, insbesondere also Verwaltungskosten, sind Rücklagen aber dadurch nicht generell ausgeschlossen. Die Rücklagen dürfen aber maximal die Kosten decken, die innerhalb eines Jahres entstehen werden. Genügen voraussichtlich die Einnahmen zur Deckung der Kosten, ist aber zweifelhaft, ob die Rücklagenbildung noch als „erforderlich“ angesehen werden kann.
Wenn eine Stiftung an einer Kapitalgesellschaft beteiligt ist, darf sie auch Kapital ansammeln, um damit bei einer Kapitalerhöhung die Erhaltung ihrer prozentualen Beteiligung sicherzustellen. Auf diese Rücklagen wird allerdings die allgemeine „Leistungserhaltungsrücklage“ angerechnet.

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